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5. Die Verwaltungsebene: Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission 235
gaben der Propagandaabteilung bestanden einerseits in der „Organisation
und Durchführung der Propaganda unter der österreichischen Bevölkerung
durch Presse, Radio und andere Mittel mithilfe von Österreichern aus den an-
tifaschistischen demokratischen Parteien und Organisationen“ und anderer-
seits in der „Durchführung der Kontrolle und Zensur über die österreichische
Presse, den österreichischen Rundfunk und die Verlage“.328
Als erster Leiter fungierte Oberstleutnant M. B. Pasečnik, als sein Stell-
vertreter Oberstleutnant Andrej I. Merkulov. Anfang August 1946 wurde
Pasečnik vom Chef der 7. Abteilung der Politverwaltung, Oberstleutnant
(später Oberst) Lev A. Dubrovickij, abgelöst, dem 1949 Oberstleutnant Kura-
nov mit seinem Stellvertreter Gurkin folgte.329
Die Propagandaabteilung bestand aus einem „Allgemeinen Teil“ und fol-
genden Unterabteilungen:
- für Propaganda;
- für Presse und Zensur;
- für die Arbeit unter den „antifaschistischen demokratischen Organisatio-
nen, Parteien und Gewerkschaften“ (d. h. die KPÖ und deren Vorfeldor-
ganisationen);
- für Information;
- für kulturelle Aktivitäten in den sowjetischen Betrieben USIA und SMV.330
Weiters waren der Propagandaabteilung unterstellt:
- die bei den Kommandanturen der wichtigsten industriellen und städti-
schen Zentren eingesetzten Propagandainstruktoren;
- die zwei Unterabteilungen für Propaganda – einerseits in Nieder- und
Oberösterreich, andererseits im Burgenland (den Landeskommandantu-
ren angeschlossen);
- das Österreichbüro der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS in Wien;
- die Österreichvertretung der staatlichen sowjetischen Filmverleihgesell-
schaft „Sojuzintorgkino“ (später „Soveksportfil’m“, auf Deutsch „Sovex-
portfilm“);
328 AVP RF, F. 06, op. 7, p. 26, d. 321, S. 41f., Beschluss Nr. 2616-710s des Rates der Volkskommissare
der UdSSR, Über die Bildung einer Propagandaabteilung in der SČSK für Österreich, [13.10.1945].
Abgedruckt in: Karner – Stelzl-Marx – Tschubarjan, Die Rote Armee in Österreich, Dok. Nr. 70. Vgl.
dazu und zum Folgenden insbesondere: Mueller, „Die Kanonen schießen nicht“, S. 342–344.
329 Mueller, „Die Kanonen schießen nicht“, S. 342.
330 GARF, F. 5283, op. 22, d. 62, S. 60f., Entwurf eines Beschlusses des ZK der VKP(b), Über Maßnah-
men zur Verstärkung der sowjetischen Propaganda in Österreich [August 1947]. Abgedruckt in:
Karner – Stelzl-Marx – Tschubarjan, Die Rote Armee in Österreich, Dok. Nr. 103.
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Stalins Soldaten in Österreich
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Stalins Soldaten in Österreich
- Subtitle
- Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
- Author
- Barbara Stelzl-Marx
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2012
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78700-6
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 874
- Categories
- Geschichte Nach 1918