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5. Die Verwaltungsebene: Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission 239
Einladung sowjetischer Künstler zu Gastspielen nach Österreich; Förde-
rung des „sowjetischen Repertoires“ auf Wiener Bühnen über die ÖSG;347
- „Kinopropaganda“ – die Organisation der Vorführung ausgewählter sow-
jetischer Kinofilme;
- Zensur – die Zensur von Büchern, Zeitungen, Theaterstücken, Konzert-
programmen, Kinofilmen, Varietéprogrammen und die Überprüfung von
Verlagen in der sowjetischen Zone;348
- „Demokratisierung von Schulen“ – die Organisation von Vorträgen und
Ausstellungen in Schulen; die Ausarbeitung neuer Lehrpläne und Schul-
bücher, die Vorbereitung der Lehrer und die Einführung von Russisch als
Unterrichtsfach;349
- „Arbeit mit demokratischen Organisationen und Parteien“ – die konkrete
Unterstützung der KPÖ und der ÖSG;
- „Arbeit in den sowjetischen Betrieben“ – die Organisation von Vorträgen,
Diskussionen, die Herausgabe von Wandzeitungen, die Verbreitung der
„Österreichischen Zeitung“;
- „Arbeit der Abteilungen für Niederösterreich und Burgenland“ – Unter-
stützung und Überprüfung der Arbeit der Propagandainstruktoren; Ver-
breitung der „Österreichischen Zeitung“, des Journals „Die Weltillustrier-
te“ u. Ä.;
- Analyse der eigenen Arbeitserfahrung sowie der „anglo-amerikanischen
und österreichischen reaktionären Propaganda“ – Durchführung von Ge-
genpropaganda; Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeit;
- „Neujahrstannen für österreichische Kinder“ – Aufstellung der Tannen
und Organisation von Veranstaltungen im Zeitraum von 20. bis 30. De-
zember.350
Unterstützung des Theaters „Scala“ mit beiliegendem Entwurf des Politbürobeschlusses, 10.3.1951.
Vgl. dazu auch: Wilhelm Pellert, Roter Vorhang, rotes Tuch. Das Neue Theater in der Scala 1948–
1956. Wien 1979; Carmen Renate Köper, Ein unheiliges Experiment: Das Neue Theater in der Scala
1948–1956. Wien 1995.
347 RGASPI, F. 17, op. 125, d. 513, S. 271, Bulletin „Opyt raboty“ Nr. 1 (40) der 7. Verwaltung der Glav-
PU, 1947.
348 Für die Beibehaltung der Zensur in Österreich sprach sich insbesondere der Chef des MGB, Viktor
S. Abakumov, aus: Dank der Zensur erhalte die Abteilung für Gegenspionage des MGB bei der
CGV wertvolle Informationen über Untergrundorganisationen, Vaterlandsverräter, Kriegsverbre-
cher und die Tätigkeit westlicher Geheimdienste. Vgl. RGASPI, F. 82, op. 2, d. 1120, Schreiben von
Abakumov an Molotov über die Zensur in Österreich, 26.3.1949.
349 RGASPI, F. 17, op. 128, d. 299, S. 1–64, hier: S. 14, Bericht von Dubrovickij über die Arbeit der Propa-
gandaabteilung der SČSK 1946 und im 1. Quartal 1947, [September 1947].
350 Dieser Punkt wurde etwa im Jahresbericht der Propagandaabteilung für 1949 eigens angeführt und
als besonders positiv für die „weitere Stärkung der Autorität der Direktoren in den sowjetischen
Betrieben und der Militärkommandanturen“ charakterisiert. Im Dezember 1949 hatten insgesamt
49.000 Kinder die entsprechenden Veranstaltungen besucht und Geschenke erhalten. Vgl. RGASPI,
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Stalins Soldaten in Österreich
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Stalins Soldaten in Österreich
- Subtitle
- Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
- Author
- Barbara Stelzl-Marx
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2012
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78700-6
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 874
- Categories
- Geschichte Nach 1918