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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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5. Die Verwaltungsebene: Der Sowjetische Teil der Alliierten Kommission 247 weise ihrer Mitarbeiter. Manche würden sich schon mehr als fünf Jahre in Ös- terreich befinden, hätten sich „an die österreichischen Verhältnisse gewöhnt“ und würden sich „manchmal taktlos in die Arbeit der österreichischen demo- kratischen [d. h. kommunistischen] Organisationen einmischen“. Die übrigen SČSK-Abteilungen würden sich ebenso wenig wie die Kommandanturen mit Propagandafragen auseinandersetzen. Grigor’jan empfahl die Entsendung einer ZK-Kommission, die Vorschläge zu einer „Stärkung der sowjetischen Propaganda in Österreich“ ausarbeiten sollte.381 Molotov beauftragte daraufhin Andrej A. Smirnov, zu diesem Zeitpunkt Stellvertreter der Außenpolitischen Kommission des ZK der VKP(b), Vor- schläge „zur Stärkung des sowjetischen Einflusses in Österreich“ auszuarbei- ten. Auch Smirnov wies auf die Missstände im sowjetischen Besatzungsap- parat in Österreich hin, die er auf qualitative wie quantitative Kadermängel zurückführte. So fehlten etwa in der Propagandaabteilung mehr als 40 Mitar- beiter. Generell sei die Qualifikation des Personals zu gering. Besorgniserre- gend sei auch, so Smirnov, die Situation in den USIA-Betrieben, die in letzter Zeit weder größere Reparaturen noch Investitionen gemacht hätten. Er unter- stütze Grigor’jans Vorschlag, eine Untersuchung vor Ort durchzuführen.382 Wenige Tage später, am 12. September 1951, legte Smirnov seinen Bericht „Über die Lage in der sowjetischen Besatzungszone Österreichs“ vor. Erneut betonte er darin, dass „feindliche Elemente“ unter der Bevölkerung antisow- jetische Propaganda betreiben, feindliche Maßnahmen gegen „demokratische Organisationen“ organisieren, Streiks provozieren und außerdem versuchen würden, den USIA-Betrieben materiellen Schaden zuzufügen. All diese Miss- stände führte Smirnov auf die „mangelnde Aufmerksamkeit in der Zone seitens der sowjetischen Organe und den unzureichenden Einsatz der zur Verfügung stehenden politischen und wirtschaftlichen Hebel zur Stärkung unseres [des sowjetischen] Einflusses in Österreich“ zurück. Man müsse sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, konkrete Vorschläge ausarbeiten und diese anschließend „an die Instanz“ – sprich: an Stalin – senden.383 Grigor’jan legte dem Politbüro des ZK der VKP(b) einen entsprechenden Beschlussent- wurf vor.384 381 RGASPI, F. 82, op. 2, d. 1117, S. 29–31, Bericht von Grigor’jan an Molotov über den Zustand der sowjetischen Propaganda in Österreich, 11.8.1951. 382 RGASPI, F. 82, op. 2, d. 1117, S. 33f., Bericht von A. Smirnov an V. Molotov über die Verstärkung des sowjetischen Einflusses in Österreich, 7.9.1951. Grigor’jan sandte den Bericht noch am selben Tag an Molotov. Siehe dazu auch das Kapitel A.III.6.6 „Der Riese wankt“ in diesem Band. 383 RGASPI, F. 82, op. 2, d. 1117, S. 37f., Bericht von A. Smirnov an V. Molotov über die Lage in der sow jetischen Besatzungszone Österreichs, 12.9.1951. Grigor’jan sandte den Bericht am 13. Septem- ber 1951 an Molotov. 384 RGASPI, F. 82, op. 2, d. 1117, S. 40f., V. Grigor’jan an das Politbüro des ZK der VKP(b) über die Lage
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Stalins Soldaten in Österreich
Subtitle
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Author
Barbara Stelzl-Marx
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
874
Categories
Geschichte Nach 1918
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