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Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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I. Ideologie, Disziplin, Strafverfolgung330 fenen Offiziere tatsächlich durch diese öffentliche Bloßstellung verbesserte, bleibt offen. 1.3 Politisch-moralische Schulung Die Rote (bzw. ab 1946: Sowjetische) Armee war eine politische Armee. Von Anfang an wurde sie als Hauptwaffe im revolutionären Kampf der bolsche- wistischen Partei eingesetzt. Dabei verlangte die Kommunistische Partei, dass die Loyalität zu ihr sogar noch vor der Treue zur Heimat kam. Unter- stützung erfuhr sie durch die politische Verwaltung der Armee, welche die Militärangehörigen zu überzeugten Kommunisten erziehen sollte. Sie ließ die im Ausland eingesetzten Sowjetbürger permanent politisch schulen. In keinem anderen Land der Welt wurde dieser politisch-erzieherischen Arbeit eine derart große Bedeutung beigemessen wie in der Sowjetunion. Mit ihrer Hilfe sollten folgende Ziele erreicht werden: Hebung von Moral und Diszi- plin; Erziehung zur Tapferkeit im Kampf durch die Orientierung an Kriegs- helden; systematische Erzeugung von Hass gegenüber dem (möglichen) Feind; Erzeugung von „grenzenloser Liebe und Hingabe zur sozialistischen Heimat und zur Partei Lenins-Stalins“; Wachsamkeit gegenüber Spionen so- wie kulturelle und sportliche Betätigung zur Hebung von Moral und Unter- stützung der Kampfausbildung.75 Noch 1955 verlangte das ZK der KPdSU von Verteidigungsminister Žukov, dafür zu sorgen, dass die „aufklärerische politisch-erzieherische Arbeit unter den Angehörigen der sowjetischen Trup- pen“ forciert werde, um „die sowjetisch-österreichischen Beziehungen zu verbessern“.76 Ein hoher Stellenwert kam der erzieherischen Arbeit unter den Truppen in Form von Gesprächen, Meetings, politischen Schulungen, Politinformationen und Vorträgen zu. Das Mantra der Politabteilungen, dass dadurch „amora- lische Erscheinungen“ und Straftaten stark abnehmen würden, trug jedoch Grenzregiments, Oberst Pavlov, und des Leiters der Politabteilung, Major Rožkov, an den Chef der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 3. Ukrainischen Front, Generalmajor Pavlov, über den Dienst, die parteipolitische Arbeit, den politisch-moralischen Zustand und die Disziplin im Regiment von April bis Juli 1945, 31.7.1945. 75 J. M. Mackintosh, Die politische Verwaltung, in: B. H. Lidell Hart (Hg.), Die Rote Armee. Gießen o. J., S. 242–247; Kalnins, Agitprop, S. 61; RGVA, F. 32902, op. 1, d. 28, S. 245–263, hier: S. 249, Bericht des Kommandeurs des 17. NKVD-Grenzregiments, Oberst Pavlov, und des Leiters der Politabtei- lung, Major Rožkov, an den Chef der NKVD-Truppen zum Schutz des Hinterlandes der 3. Ukra- inischen Front, Generalmajor Pavlov, über den Dienst, die parteipolitische Arbeit, den politisch- moralischen Zustand und die Disziplin im Regiment von April bis Juli 1945, 31.7.1945. 76 RGANI, F. 3, op. 8, d. 231, S. 65–67, hier: S. 67, Beschluss Nr. P117/44 des Präsidiums des ZK der KPdSU über eine Einschränkung der Kontrolle sowjetischer Besatzungsorgane über österreichische Behörden, 26.4.1955.
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Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
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Title
Stalins Soldaten in Österreich
Subtitle
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Author
Barbara Stelzl-Marx
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
874
Categories
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