Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Page - 578 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 578 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Image of the Page - 578 -

Image of the Page - 578 - in Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955

Text of the Page - 578 -

III. Alltag, Freizeit, Besatzungsritual578 ten: „Zivile Angestellte von Besatzungsinstitutionen wie des Sowjetischen Teils der Alliierten Kommission für Österreich, der Verwaltung Sowjetischen Eigentums, der Erdölverwaltung u. a. fuhren mit Ehefrauen und Kindern und wir, die Militärangehörigen, beneideten sie folglich sehr. Überall war Lebhaftigkeit bemerkbar, man hörte Lachen, fröhliche Scherze und Lieder. Bei allen war noch das Gefühl des Stolzes über den errungenen Sieg frisch infolgedessen der sowjetische Mensch so, wie zu sich nach Hause, frei ins Zentrum Europas reisen konnte, wo die Soldaten unserer Großen Armee den Dienst ausübten.“73 Nikoľskij, der sich erstmals außerhalb der Sowjetunion aufhielt, betont in diesem Zusammenhang die Probleme, die ein Auslandseinsatz ohne Fa- milienangehörige mit sich brachte: „Der Dienst in der CGV wurde zu jener Zeit mit drei Jahren festgelegt, allerdings wurde er in der Praxis bis zu fünf Jahren ausgedehnt. Für längere Zeit blieb selten jemand, weil sich eine lang- andauernde Trennung von der Heimat als äußerst heikel erwies, da es Offi- zieren nach 1948 verboten war, mit den Familien in einem [anderen] Land zu leben.“74 Unter Hochkommissar Vladimir Kurasov hatten, so Nikoľskij, alle Offi- ziere das Recht, mit ihren Frauen und Kindern bis 14 Jahren in Österreich zu leben. Danach wurde die Moskauer Führung davon überzeugt, „dass die Fa- milienangehörigen in Österreich unter den Aufenthaltsbedingungen der Ver- kommenheit in einem kapitalistischen Land ausgesetzt werden würden und 73 Nikol’skij, GRU v gody Velikoj otečestvennoj vojny, S. 214. Vgl. Dieter Bacher – Peter Ruggenthaler, Als GRU-Offizier in Österreich. Die Erinnerungen Vitalij Nikol’skijs, 1947–1955, in: Journal for In- telligence, Propaganda and Security Studies. 2011/1, S. 139–155, hier: S. 141. 74 Nikol’skij, GRU v gody Velikoj otečestvennoj vojny, S. 213; Bacher – Ruggenthaler, Als GRU-Offi- zier in Österreich, S. 141. Abb. 88: Das Kind der beiden sowjetischen Besat- zungsangehörigen kam in Österreich auf die Welt und erhielt von den Kameraden den despektierlichen Spitz- namen „Regimentstochter“. (Quelle: AdBIK, Foto: Zajcev)
back to the  book Stalins Soldaten in Österreich - Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955"
Stalins Soldaten in Österreich Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Stalins Soldaten in Österreich
Subtitle
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Author
Barbara Stelzl-Marx
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2012
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78700-6
Size
15.5 x 23.0 cm
Pages
874
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Stalins Soldaten in Österreich