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3. Schriftliche Zeugnisse 761
sorische Regierung Renner mit 200 Millionen Mark und Ähnliches mehr.280
Savenok zieht folgendes Resümee: „Diese und andere Beispiele zeigten, dass
die österreichische Bevölkerung im sowjetischen Volk und seinen Streitkräf-
ten einen wahren Freund fand, der ihr in den allerschwersten Tagen selbstlos
zu Hilfe kam.“281
Derartige Passagen machen vor allem eines deutlich: Das Buch „Venskie
vstreči“ entstammt der Feder eines ehemaligen Politoffiziers, der auch meh-
rere Jahre nach seinem Dienst seine Erinnerungen dazu verwenden möchte,
eine einschlägige politisch-moralische Schulung fortzusetzen. Gerade in sei-
nem Fall sind institutionalisiertes und scheinbar privates Erinnern nicht ge-
trennt voneinander zu betrachten. Vielmehr dienen die persönlichen Memoi-
ren, die bis heute gerne von Veteranen gelesen werden, einer Propagierung
des damals vorherrschenden sowjetischen Wertesystems. „Venskie vstreči“
kann daher in erster Linie als Primärquelle des frühen Kalten Krieges dienen.
280 Ebd., S. 154f.
281 Ebd., S. 155.
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Stalins Soldaten in Österreich
Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
- Title
- Stalins Soldaten in Österreich
- Subtitle
- Die Innensicht der sowjetischen Besatzung 1945–1955
- Author
- Barbara Stelzl-Marx
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2012
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78700-6
- Size
- 15.5 x 23.0 cm
- Pages
- 874
- Categories
- Geschichte Nach 1918