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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Volume II
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Tagebücher328 civilcommissärs ganz einverstanden, es handelt sich jedoch noch um die Bestimmung seiner stellung vis-à-vis Wimpffens und des landtages, und in dieser Beziehung werde ich ziemlich hohe forderungen stellen, wir sind also noch nicht am ende, übrigens geht mir über diesen ewigen verzöge- rungen beynahe die geduld aus, denn ich möchte endlich von hier fort. [Wien] 19. Jänner mit meiner ernennung nach triest sieht es in der hinsicht wieder weni- ger gut aus, als die Bedeutung der mir zugedachten stellung mir unter den händen einschrumpft. Bruck, der wie alle seine kollegen nur daran denkt, sich eine recht vollständig gegliederte und möglichst zahlreiche Be- amtenhierarchie zu schaffen, will nämlich alle commerziellen, maritimen etc. gegenstände, also bey weitem den wichtigsten theil, von der statthal- terei trennen und einem eigenen collegium (als embryo einer künftigen Admiralität, wahrscheinlich als einen rücktrittsposten für sich selbst) zu- weisen, dessen chef zwar vor der hand Wimpffen ad personam seyn soll, dem er aber in dieser eigenschaft einen fachmann als vicepräsidenten und eigentlichen faiseur beygeben will, so daß mir nichts als die leitung der zwey unbedeutenden kreispräsidenturen görz und Pisino bliebe, eine lei- tung, welche, da die statthaltereyen überhaupt keine instanz sind, sich so ziemlich auf den landtag reduciren würde. schmerling meint zwar mit sei- ner gewohnten Oberflächlichkeit, daß diese Trennung sich nicht so schnell werde bewerkstelligen lassen. Jedenfalls habe ich gegen jede andere stel- lung als die eines coordinirten im verhältnisse zu Wimpffen (also civilcom- missär, alter ego) protestirt, daher gegen jede Benennung wie vicepräsi- dent, vicestatthalter etc. Bach hat mich versichert, daß die sache jedenfalls in der nächsten Woche zur entscheidung kommen werde, und wir wollen nun sehen, was da herauskömmt. oettl meint, daß ich besser thun würde, als landeschef nach dalmatien zu gehen, was ich aber, solange Jellachich gouverneur dem titel nach bleibt, entschieden nicht thun werde, ich halte Jellachich für einen noch mehr eiteln als ehrgeizigen mann und intriguant, dem gegenüber meine stellung um so unhaltbarer wäre, als jetzt in dalma- tien selbst die intriguen beginnen dürften, um dieses land zu vermögen, sich für die incorporirung zu dem sogenannten dreyeinigen königreiche1 auszusprechen. heute auf dem Balle bey Pereira sprach ich lange mit stifft, der wie ich von der fähigkeit des ministeriums die allergeringsten Begriffe hat und auf dessen baldige Auflösung hofft, was ich nicht thue, da ich keinen äu- 1 das historische „dreieinige königreich“ kroatien, slawonien und dalmatien, dessen verei- nigung das Ziel der kroatischen Bewegung war.
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Volume II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Subtitle
Tagebücher 1839–1858
Volume
II
Author
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Editor
Franz Adlgasser
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2011
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
716
Keywords
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Category
Biographien

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  1. Tagebücher 1848–1853 7
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