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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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unterbrochen durch Gastspiele und Tourneen in immer neuen Ländern und Kon- tinenten. Wie weiter oben beschrieben, stand die geografische Mobilität in engem Zusammenhang mit zunehmender Popularität und künstlerischer Bedeutung: Wur- den die ersten Engagements noch als Verharren an einem Ort beschrieben, folgten im späteren chronologischen Verlauf immer mehr Auftritte an immer mehr Orten auf- einander, bis Lehmann am Ende selbst feststellte: „Aber ich mag mich an keine Oper mehr dauernd binden.“ 100 Lehmanns Aufstieg wurde auch von ihr selbst konstatiert, nicht nur im Titel ihrer Erzählung. So war für sie ein Auftritt am Hamburger Stadt- theater „der eigentliche Beginn meines Aufstiegs“ 101, etwas später beschrieb sie sich als „an der Pforte internationaler Geltung“ 102 stehend. Diese explizite Thematisierung der eigenen Bedeutung stellte einen Einsatz dar, der für die erfolgreiche Positionierung als KünstlerIn wirksam werden konnte  – allerdings nur, wenn neben der bloßen Behaup- tung des Erfolgs auch andere Kriterien für diesen vorlagen, wie die Zugehörigkeit zu einer renommierten Organisation oder die positive Erwähnung durch KritikerInnen. Der Aufstieg Lehmanns wurde als von ihrer künstlerischen Entwicklung begleitet beschrieben. Deren Zentralität war bereits in der stetigen Suche nach der richtigen, für sie passenden, Ausbildung zu sehen. Lehmann wurde in die Berliner Hochschule für Musik aufgenommen, wechselte jedoch (trotz anfänglich großer Freude über die Aufnahme und die Gewährung einer Freistelle) nach einiger Zeit auf eine private Gesangsschule, die sie wegen „mangelndem Eifer“ verlassen musste. Schließlich nahm sie Privatunterricht bei einer ehemals berühmten Sängerin. Stand der Eintritt in die Hochschule stellvertretend für den Beginn einer „ernsthaften“ Beschäftigung mit dem Musizieren,103 so wurden die darauf folgenden Ausbildungen als Suche nach der für ihre individuellen Talente und Fähigkeiten passenden Art des Unterrichts und der Förderung charakterisiert: Aber die Entwicklung meiner Stimme  […] hielt nicht Schritt mit meinen Träumen. Ich fühlte, daß ich nicht auf dem richtigen Wege war 104 Trotz diesem Erfolg fühlte ich mich nicht recht wohl bei meiner Gesangsmethode.  […] Ich fühlte mich immer wie in Fesseln und Banden, das Singen wurde mir schwer  – und ich empfand die Führung der Stimme stets so gegen mein natürliches Gefühl gehend, daß ich mir Gewalt antun mußte, zu singen, wie ich singen sollte.105 100 Lehmann, Anfang, 235. 101 Ebd., 119. 102 Ebd., 163. 103 Ebd., 48 ff. 104 Ebd., 62. 105 Ebd., 69. Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO. KG, WIEN KÖLN WEIMAR Musizieren als hohe Kunst132
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Title
Über die Produktion von Tönen
Subtitle
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Author
Georg Schinko
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
310
Keywords
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
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