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Über die Produktion von Tönen - Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
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Kunst als gegeben voraussetzen konnten, und Druckwerken der Nichtberufsmusiker, in denen das Musizieren als Gelegenheit beständig propagiert und gegen Angriffe verteidigt werden musste. Wenn auch Legitimität nicht auf ökonomische und recht- liche Verhältnisse reduzierbar ist, so zeigen sich die Unterschiede zwischen legitimen und weniger legitimen Orientierungen oftmals in diesen. Das ernsthafte Studium  – oftmals als Idealtypus des Musizierens „an sich“ verstanden  – wurde durch die staat- liche Kunstförderung oder den staatlichen Betrieb von Konservatorien gefördert. Dazu kamen rechtliche Besserstellungen der Musizierenden etwa durch Pensions- gesetze, das Gesetz über den Bühnendienstvertrag und das Inlandarbeiterschutz- gesetz (siehe Kapitel 5). Gelegenheitsmusizieren stellte hingegen eine Orientierung dar, die je nach Einsatz höchst unterschiedlich behandelt wurde. Als gelegentliches Bettel- oder Straßenmusizieren wurde es streng geregelt und immer wieder an seiner Abschaffung gearbeitet. Als Vereinsmusizieren blieb es bis zur Musikerverordnung weitgehend ungeregelt, wenn auch lokale Behörden (wie Bürger meister) durchaus in enger Beziehung dazu standen und die Notwendigkeit örtlicher Vereine vertei- digten. Ungeachtet dieser Unterschiede im Umgang des Staates mit den verschie- denen Orientierungen des Musizierens wurde beinahe jede Form des Musizierens auch zum Zwecke der Legitimation der österreichischen Nation bzw. verschiedener politischer Strömungen genutzt. Das Spektrum reicht hier von der Begründung des „Musiklandes Österreich“ anhand von KomponistInnen und MusikerInnen der Kunstmusik über die Nutzung der Popularität zeitgenössischer Stars durch Politi- kerInnen bis hin zur Demonstration von Volksverbundenheit durch die Förderung von und Teilnahme an Volksmusikfesten und die Prämierung von Kompositionen, die das eigene politische Wirken feierten.2 Die Ergebnisse des systematischen Vergleichs lebensgeschichtlicher Erzählungen wurden bis hierher vor allem als Zustände, weniger als Entwicklungen dargestellt. Dies hat verschiedene Gründe. Bevor eine Entwicklung im Zeitablauf dargestellt werden kann, ist es notwendig, bestimmte Gegebenheiten  – zumindest die Anfangs- und Endpunkte der Entwicklung  – zu kennen. Für das Musizieren in Österreich zu Beginn des 20.  Jahrhunderts fehlten bislang Untersuchungen, die ein breites Spektrum von Formen, Musizieren als Arbeit oder Unterhalt zu betreiben, zuein- ander in Beziehung setzen. Daher war es vorrangig, zuerst einmal die Beziehungen der Musizierformen untereinander darzustellen. Da als Beobachtungseinheiten des systematischen Vergleichs lebensgeschichtliche Erzählungen als Ganzes ver- wendet wurden, waren zeitliche Entwicklungen  – auch wenn sie nicht vollständig 2 Vgl. etwa Mayer- Hirzberger, Volk; Flotzinger, Musik; Ders., Idealisierte Musik; Prieberg, Musik. Open Access © 2019 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO. KG, WIEN KÖLN WEIMAR Musizieren als Frage von Legitimität und Nicht-Legitimität228
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Über die Produktion von Tönen Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Title
Über die Produktion von Tönen
Subtitle
Beziehungen von Arbeit und Musizieren, Österreich 1918 – 1938
Author
Georg Schinko
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20802-0
Size
15.5 x 23.5 cm
Pages
310
Keywords
Music-making, Musician, Work, Vocation, Art, Austria, Correspondence analysis, Life Writing, Interwar period --- Musizieren, Musiker, Arbeit, Beruf, Kunst, Österreich, Korrespondenzanalyse, Lebensgeschichtliche Erzählung, Zwischenkriegszeit
Category
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