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In der Salzburger Strategie wird im Hinblick auf An-
passung in erster Linie eine FortfĂŒhrung der bereits 2005
in der Tourismuspolitik des Landes aufgestellten Zielset-
zung genannt, welche das Land als Ganzjahresdestination
positionieren soll. Vermehrt soll dabei auf Kongress-, Ge-
sundheits-/Wellness- und Kulturtourismus sowie Sportver-
anstaltungen gesetzt werden. Im Wintertourismus sollen
schneeunabhÀngige Angebote wie Winterwanderwege und
die Themen Advent und Stille Nacht ausgebaut werden.
Die MaĂnahmen betreffend Klimaschutz laufen unter der
Zielvorgabe, dass das Land Salzburg ein Reiseziel mit
einem grĂŒnen Image sein sollte. Hierzu zĂ€hlen Vorgaben
im Bereich klimaschonende Anreise (z. B. Förderung der
E-MobilitÀt in Tourismusregionen und -orten), Einsatz
regionaler Lebensmittel in der Gastronomie, ökologische
BaumaĂnahmen im Tourismus sowie Bewusstseinsbildung
und Schulung touristischer Anbieter zu den Themen Nach-
haltigkeit und Energieeffizienz.
In der Vorarlberger Strategie sind zwei der sechs ĂŒberge-
ordneten Ziele fĂŒr den Klimaschutz relevant, erstens die Po-
sitionierung des Landes als Modellregion fĂŒr umweltfreundli-
che MobilitÀt im Tourismus (u. a. durch eine Zusammenarbeit
aus Verkehrsverbund und Vorarlberg Tourismus zur Steuerung
des MobilitÀtsverhaltens der GÀste) und zweitens die Mit-
arbeit des Tourismussektors an der Zielsetzung des Landes,
bis 2050 Energieautonomie zu erreichen. DafĂŒr sollen MaĂ-
nahmen gesetzt werden, um die Energieeffizienz zu erhöhen
und die Nutzung erneuerbarer EnergietrÀger auszubauen.
Wien schlieĂlich soll zur Smart Tourism City werden,
als ein internationales Beispiel fĂŒr nachhaltiges MobilitĂ€ts-
management im StÀdtetourismus. PrioritÀten sind dabei die
komfortable Anbindung des Flughafens an den öffentlichen
Verkehr, digitales MobilitÀtsmanagement, Ausweitung des
E-Taxibetriebs sowie spezielle MobilitÀtsangebote und Dienst-
leistungen fĂŒr Touristinnen und Touristen wie mehrsprachige
Infopoints an zentralen Verkehrsknotenpunkten und eine Mo-
bilitÀtskarte, welche die Nutzung von öffentlichen Verkehrs-
mitteln, Citybikes, Garagen und Carsharing ermöglicht.
Im FrĂŒhjahr 2019 wurde schlieĂlich auch auf nationaler
Ebene eine neue Strategie vorgestellt, der âPlan Tâ, welcher
auf Basis eines partizipativen Prozesses entwickelt wurde
(BMNT 2019). Eines der neun prioritÀren Handlungsfelder
dieser Strategie trĂ€gt den Titel âLebensgrundlage nachhaltig
sichernâ. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Erhöhung
der Energie- und Ressourceneffizienz, dem Engagement tou-
ristischer Betriebe in der Erzeugung erneuerbarer Energie und
dem Ausbau nachhaltiger MobilitÀts- und Verkehrslösungen.
Im Aktionsplan 2019/2020 zur Umsetzung des âPlan Tâ wird
in diesem Zusammenhang die Entwicklung von Tourismus-
regionen zu Klima- und Energiemodellregionen und die Ein-
beziehung von touristischen Betrieben und Destinationen in
erneuerbare Energiegemeinschaften genannt, unter Nutzung
von Fördergeldern aus dem 100.000-DÀcher-Fotovoltaik- und Kleinspeicherprogramm. Abgesehen vom Verweis auf
diese Förderprogramme werden keine weiteren Details zur
Umsetzung und Finanzierung der vorgesehenen MaĂnahmen
genannt. Zur Klimawandelanpassung bemerkt der âPlan Tâ
nur, es â⊠muss das touristische Angebot an die verĂ€nderten
Rahmenbedingungen angepasst werdenâ (BMNT 2019: 26).
Genauere AusfĂŒhrungen, wie dieses Ziel erreicht werden
sollte, beinhaltet der Plan nicht.
12.2 TreibhausgasreduktionsmaĂnahmen
fĂŒr den Tourismus in der gesamten
Wertschöpfungskette
Die ErlÀuterungen in Kap. 11 zeigen, dass die An- und Ab-
reise der wichtigste Emissionsaspekt ist, da insbesondere der
Flugverkehr aufgrund der zurĂŒckgelegten Entfernungen und
hohen EnergieintensitÀt schnell die Gesamtemissionen stark
ansteigen lÀsst. Sobald dieses Verkehrsmittel involviert ist,
werden andere MaĂnahmen in der Wertschöpfungskette â
etwa eine besonders CO2-arme Beherbergung â vergleichs-
weise bedeutungslos. Auch die Anreise mit Privat-Pkw hat
einen um ein Vielfaches höheren CO2-FuĂabdruck als mit
öffentlichen Verkehrsmitteln (die Elektrifizierung der Pkw-
Flotte schreitet dafĂŒr noch zu langsam voran und kann auf-
grund der noch unvollstÀndigen Dekarbonisierung des ein-
gesetzten Stroms keine ausreichend positiven Auswirkungen
auf die Gesamtemissionen erzielen). Sowohl Friesenbichler
(2003) als auch Unger et al. (2016) empfehlen daher Desti-
nationen, ihren GÀsten verstÀrkt die Anreise mit dem Zug
oder Bus nahezulegen und dazu entsprechende Angebote zu
machen (Anbindung an Skigebiete, nahtloser GepÀcktrans-
port zur Destination, Abholung am Bahnhof).
Aus einer systemischen Perspektive sollte das Ziel sein,
einen möglichst hohen Anteil von Anreisen mit Bus oder Bahn
zu erreichen. Dazu wÀre es notwendig, NahmÀrkte auszubauen
(Gössling et al. 2015) und vor Ort die MobilitÀt der GÀste
durch den Nahverkehr, MobilitÀtsservicedienstleistungen,
Carsharingangebote und Formen der geteilten MikromobilitÀt
(RĂ€der, E-Scooter) sicherzustellen. Um den Anteil der Trans-
portemissionen an den Gesamtemissionen niedrig zu halten,
ist auch die durchschnittliche AufenthaltslÀnge von zentraler
Bedeutung. In Ăsterreich ist beispielsweise die durchschnitt-
liche Aufenthaltsdauer von 4,9 NĂ€chten im Jahr 1990 auf 3,3
NĂ€chte im Jahr 2018 gesunken, also um 32 % (Statistik Aus-
tria 2019). Daraus ergibt sich, dass eine immer gröĂere Zahl
von GĂ€sten notwendig ist, um die Zahl der Ăbernachtungen
im Land auf dem gleichen Niveau zu halten, und damit ver-
gröĂert sich potenziell immer auch der Anteil der Emissionen
aus An- und Abreise im VerhÀltnis zu den Gesamtemissionen.
Abb. 12.1 verdeutlicht die Bedeutung der durchschnitt-
lichen Aufenthaltsdauer im Vergleich zur Anreisedistanz.
Auffallend ist, dass insbesondere GĂ€ste aus den Niederlan-
12 Nationale Verpflichtungen auf Grundlage des Pariser Klimaabkommens 213
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Tourismus und Klimawandel
- Title
- Tourismus und Klimawandel
- Authors
- Ulrike Pröbstl-Haider
- Dagmar Lund-Durlacher
- Marc Olefs
- Franz Prettenthaler
- Publisher
- Springer Spektrum
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-662-61522-5
- Size
- 21.0 x 28.0 cm
- Pages
- 263