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11.3. DANKADRESSE DER INNSBRUCKER UNIVERSITÄT ANLÄSSLICH DES RÜCKTRITTS LEO THUNS 501
Werth besitzen, und daß ihre Pflege auch für den Aufschwung des staatlichen Lebens
von entscheidender Bedeutung sei: hängt ja die reale Macht der Staaten so innig
mit der Entfaltung geistiger Kraft und dem Vorschreiten wissenschaftlicher Einsicht
zusammen. Darum haben Eu. Exzellenz für die Gründung von Unterrichts-Institu-
tionen gesorgt, welche die möglichste Ausbildung des Geistes begünstigen, um alle
Güter einer gesunden läuternden Kultur über unser großes Vaterland auszubreiten.
Das Leben der Universitäten wurde diesem Ziele gemäß erneut und ihm eine neue
Form verliehen, welche innerhalb des Kaiserreiches schon ehrenvoll die Probe der
Erfahrung bestanden hat, so wie sie in den Deutschen Bruderländern durch alte,
ehrwürdige Traditionen geheiligt ist. Was unter dieser, ihres Zieles klar bewußten
Leitung nicht nur für die Universitäten, sondern insbesondere auch für die so wichti-
gen Mittelschulen geschaffen worden ist, trägt die Gewähr fortdauernd segensreicher
Wirksamkeit in sich; denn die gegründeten Institutionen wurzeln in den richtig er-
kannten Kulturbedürfnissen der Gegenwart und sind umgeben von der freudigen Zu-
stimmung derer, die ihr Leben der Pflege der Wissenschaft widmen oder überhaupt
den Werth geistiger Güter und die Bedingungen ihres fruchtbaren Wachsthums
wohlwollend beurtheilen.
Zeugniß für den Werth dessen, was seit zwölf Jahren für den Unterricht geschaf-
fen worden, gibt das gesteigerte geistige Leben und die rege literarische Thätigkeit
Oesterreichs, das sich heute mehr als je auch produktiv am wissenschaftlichen Ver-
kehre betheiligt; Zeugniß mag aber auch der Umstand geben, daß die Träger des
öffentlichen Unterrichts ihrem Chef am Tage seines Scheidens noch mit derselben
Innigkeit und dauernder Verehrung ergeben sind, wie in jenen Tagen, als die oberste
Leitung der geistigen Interessen noch in seinen Händen ruhte. Wir in Innsbruck sind
noch insbesondere für das hohe Wohlwollen zum Danke verpflichtet, womit Eu. Ex-
zellenz für die Hebung und den allmäligen Ausbau einer Hochschule sorgten, die
hier an den Grenzmarken des großen Vaterlandes und nahe der Berührungslinie
Deutscher und Italienischer Zunge eine besonders wichtige zukunftsreiche Sendung
haben dürfte.
Möge, was unter der bisherigen Leitung schon durch seine Früchte sich bewährt
hat, weiterwachsen an Fruchtbarkeit und Gedeihen, möge was heute noch im Zu-
stande des Keimens und Blühens ist, bald zur vollen Reife gelangen.
Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
Aufbruch in eine neue Zeit
- Title
- Die Universität Innsbruck in der Ära der Thun-Hohenstein’schen Reformen 1848–1860
- Subtitle
- Aufbruch in eine neue Zeit
- Author
- Christof Aichner
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20847-1
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 512
- Keywords
- University of Innsbruck, University Reforms, Thun-Hohenstein, Leo, Universität Innsbruck, Reform, Universitätspolitik, Thun-Hohenstein
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen