Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Page - 85 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 85 - in Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938

Image of the Page - 85 -

Image of the Page - 85 - in Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938

Text of the Page - 85 -

Industrie begründete „Ausschuss für wirtschaftliche Betriebsführung“ durchaus über neue Entwicklungen der Arbeitswissenschaft und der Psychotechnik sowie den sinnvollen Einsatz von filmischen Zeit- undBewegungsstudien informierte.366 Das „Österreichische Kuratorium fürWirtschaftlichkeit“ gab auf Veranlassung der Wiener Handels- und Gewerbekammer derart ausgerichtete Streifen sogar in Auf- trag,diedergestalterzeugtenStudiengaltenaberals„nochnichtausgereift“.367 Die Beweggründe,Werksfilme zu beauftragen, waren zumeist Firmenjubiläen, gezielteReklamepräsenz (etwaaufMessen)oderdieNeueinführungvonProdukten bzw. die Eröffnungneuer Betriebsanlagen. DiesemAnlassprinzip folgen auch jene drei Filme, die das Traditionsunternehmen Julius Meinl, das sich vom Einzelhan- delsladen zum internationalen Lebensmittelkonzern entwickelt hatte, 1921 drehen ließ. Im Jahr zuvor nahmMeinl dieHerstellung vonBonbons auf, 1921 erwarb die Kompanie die „Dänisch-Österreichische Margarinewerke AG“ und erzeugte fortan Meinls Epoca-Margarine.368 Genau diese neuen Produktionszweige präsentierten jene Filme (DIE ERZEUGUNG VON MARGARINE; DER ZUCKERLONKEL und DIE SÜSSE FAB- RIK),369 die imMai 1922 denArbeiternundAngestelltender Fabrik sowiedem inte- ressiertenFachpublikum imBusch-Kino erstmals vorgeführtwurden.370 Ergänzend widmete sichDIE SÜSSE FABRIK imSpeziellen derHerstellung vonKakaopulver und Schokolade, beides bereits seit 1900Teil derMeinl-Produktion.371 ZweiGründe lie- ßen sich für dieKonzentrationauf diese schon lange eingeführtenErzeugnisse an- führen: Ab 1920 nahm der während des Kriegs und in der unmittelbaren 366 ÖStA,AVA, Bundesministerium fürHandel undGewerbe, Grundzahl (Grz.): 43929, Zl. 43929/ 29–24, Betreff: Ausschuss fürwirtschaftlicheBetriebsführung, BerufsberatungundPsychotechnik, 26.März1924. 367 ÖStA, AVA, BMU, Volksbildung: Film, 1932, Ktn. 489, Fasz. 473, Gschz. 8713-II/10b, 1932, Ggstd.:Beratungender 1. SitzungdesvorbereitendenAusschussesderTechnischenArbeitsgemein- schaft fürLichtbild-undFilmwesenbeimÖsterr.Lichtbild-undFilmdienst, 12.Februar 1932. 368 Lehrbaumer,Margareta:Womit kann ich dienen? JuliusMeinl. Auf den Spuren einer großen Marke,Wien2000,S.40 f. 369 Zwei der Filme sind heute noch erhalten und zählen zumBestand des FAA. Alle drei Filme wurden 1921 von der Filmwerke AG Wien produziert. Vgl. dazu Filmdatenbank des FAA sowie ÖStA, AVA, BMU, Volksbildung: Film, 1929–1930, Ktn. 487, Fasz. 472, Gschz. 36407-II/10b, 1932, Ggstd.:VolksbildungshausWienerUrania, Lehrfilme,Märchenfilme, unterhaltendeBeigaben,Ver- lagdesVolksbildungshausesWienerUraniaWien1927, Juni 1932. 370 Der Filmbote, „Ein sehenswerter Industriefilm“, Nr. 19, 13.Mai 1922 S. 11. Bei demvierten im Artikel genannten und gleichfalls als Meinl-Produktion deklarierten FilmDIEMASCHINE ALSMEHL- SPEISKÖCHIN (A1920,P: IndustriaLehr-undKulturfilmGmbHWienVII,Neubaugasse 21)handelt es sich tatsächlichumeinen Industriewerbefilm,der fürdieTeigwarender„Großeinkaufsgesellschaft fürösterreichischeConsumvereine“ (GÖC)wirbt.BeiderGÖChandeltees sichumeinesozialdemo- kratischeKonsumgenossenschaft. 371 Kühschelm,Oliver: JuliusMeinl. Patriarchalisch, (groß)bürgerlich, österreichbewusst, in:Brix, Emil/Bruckmüller,Ernst/Stekl,Hannes:MemoriaAustria III.Unternehmen,FirmenProdukte,Wien 2005,S.46. 6.2 Werks-, Lehr-undWerbefilm 85
back to the  book Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938"
Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Der österreichische Werbefilm