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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Industrie begründete „Ausschuss für wirtschaftliche Betriebsführung“ durchaus über neue Entwicklungen der Arbeitswissenschaft und der Psychotechnik sowie den sinnvollen Einsatz von filmischen Zeit- undBewegungsstudien informierte.366 Das „Österreichische Kuratorium fürWirtschaftlichkeit“ gab auf Veranlassung der Wiener Handels- und Gewerbekammer derart ausgerichtete Streifen sogar in Auf- trag,diedergestalterzeugtenStudiengaltenaberals„nochnichtausgereift“.367 Die Beweggründe,Werksfilme zu beauftragen, waren zumeist Firmenjubiläen, gezielteReklamepräsenz (etwaaufMessen)oderdieNeueinführungvonProdukten bzw. die Eröffnungneuer Betriebsanlagen. DiesemAnlassprinzip folgen auch jene drei Filme, die das Traditionsunternehmen Julius Meinl, das sich vom Einzelhan- delsladen zum internationalen Lebensmittelkonzern entwickelt hatte, 1921 drehen ließ. Im Jahr zuvor nahmMeinl dieHerstellung vonBonbons auf, 1921 erwarb die Kompanie die „Dänisch-Österreichische Margarinewerke AG“ und erzeugte fortan Meinls Epoca-Margarine.368 Genau diese neuen Produktionszweige präsentierten jene Filme (DIE ERZEUGUNG VON MARGARINE; DER ZUCKERLONKEL und DIE SÜSSE FAB- RIK),369 die imMai 1922 denArbeiternundAngestelltender Fabrik sowiedem inte- ressiertenFachpublikum imBusch-Kino erstmals vorgeführtwurden.370 Ergänzend widmete sichDIE SÜSSE FABRIK imSpeziellen derHerstellung vonKakaopulver und Schokolade, beides bereits seit 1900Teil derMeinl-Produktion.371 ZweiGründe lie- ßen sich für dieKonzentrationauf diese schon lange eingeführtenErzeugnisse an- führen: Ab 1920 nahm der während des Kriegs und in der unmittelbaren 366 ÖStA,AVA, Bundesministerium fürHandel undGewerbe, Grundzahl (Grz.): 43929, Zl. 43929/ 29–24, Betreff: Ausschuss fürwirtschaftlicheBetriebsführung, BerufsberatungundPsychotechnik, 26.März1924. 367 ÖStA, AVA, BMU, Volksbildung: Film, 1932, Ktn. 489, Fasz. 473, Gschz. 8713-II/10b, 1932, Ggstd.:Beratungender 1. SitzungdesvorbereitendenAusschussesderTechnischenArbeitsgemein- schaft fürLichtbild-undFilmwesenbeimÖsterr.Lichtbild-undFilmdienst, 12.Februar 1932. 368 Lehrbaumer,Margareta:Womit kann ich dienen? JuliusMeinl. Auf den Spuren einer großen Marke,Wien2000,S.40 f. 369 Zwei der Filme sind heute noch erhalten und zählen zumBestand des FAA. Alle drei Filme wurden 1921 von der Filmwerke AG Wien produziert. Vgl. dazu Filmdatenbank des FAA sowie ÖStA, AVA, BMU, Volksbildung: Film, 1929–1930, Ktn. 487, Fasz. 472, Gschz. 36407-II/10b, 1932, Ggstd.:VolksbildungshausWienerUrania, Lehrfilme,Märchenfilme, unterhaltendeBeigaben,Ver- lagdesVolksbildungshausesWienerUraniaWien1927, Juni 1932. 370 Der Filmbote, „Ein sehenswerter Industriefilm“, Nr. 19, 13.Mai 1922 S. 11. Bei demvierten im Artikel genannten und gleichfalls als Meinl-Produktion deklarierten FilmDIEMASCHINE ALSMEHL- SPEISKÖCHIN (A1920,P: IndustriaLehr-undKulturfilmGmbHWienVII,Neubaugasse 21)handelt es sich tatsächlichumeinen Industriewerbefilm,der fürdieTeigwarender„Großeinkaufsgesellschaft fürösterreichischeConsumvereine“ (GÖC)wirbt.BeiderGÖChandeltees sichumeinesozialdemo- kratischeKonsumgenossenschaft. 371 Kühschelm,Oliver: JuliusMeinl. Patriarchalisch, (groß)bürgerlich, österreichbewusst, in:Brix, Emil/Bruckmüller,Ernst/Stekl,Hannes:MemoriaAustria III.Unternehmen,FirmenProdukte,Wien 2005,S.46. 6.2 Werks-, Lehr-undWerbefilm 85
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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