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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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alleiniges Abfilmen der in Betrieb befindlichen Gerätschaft ohne menschliche Prüfinstanz bleibt nahezu gänzlich aus.374 Die Herstellung der jeweils nächsten Bonbonsorte wird mittels Zwischenschnitt (Großaufnahme) auf die mit neuen Süßigkeiten gefüllte Hand des Onkels eingeleitet. Die Prozessbilder werden ver- einzelt von einer kurzen Sequenz im Kinderzimmer unterbrochen: Die Kleinen klatschen bei der Präsentation der Süßwaren durch denOheim begeistert in die Hände. Der Mann erzählt mit ausschweifender Mimik und Gestik, während die kleine Schar interessiert lauscht. AmEndeder Fertigungssequenzen leert der Zu- ckerlonkel nun die Bonbons zur freien Entnahme auf den Tisch. Die Mädchen greifen begeistert zu, der Jüngstewird vomAlten gefüttert. Das Prinzip „der Be- lehrung folgt die Belohnung“ wird hier als pädagogisch erfolgreiches Konzept zelebriert. Anders alsbeiDIE SÜSSEFABRIK fehlenbeiDERZUCKERLONKEL jeglicheZwischen- titel. Ob der Film ohne Texttafeln geplant war und es einen fixen Begleitvortrag gab, ist aufgrundder fehlendenQuellennichtmehr feststellbar.Möglichwäreauch eine spätere Entfernung der Zwischentitel, da der Film letztlich zu Bildungszwe- ckeneingesetztwurde.375 EineoffenePropaganda fürdieProdukte einesUnterneh- mens lehnte man in diesem Rahmen ab. Allerdings hielt man in der Presse den Meinl-Filmenbesonderszugute,dassdiese„meilenweitvon jederArtvonReklame“ entfernt seien: abgesehenvondemUntertitel „Aufgenommen indenBetriebender JuliusMeinl A.G.Wien“. Begeistert zeigteman sich aber auch vonden imStreifen dargebrachten „prächtigenArbeitsräumenmit denpeinlich rein gekleidetenArbei- tern und Arbeiterinnen“. „Ermöglicht werde dies erst“ – soDer Filmbote – durch die „tadellose“Umsetzung der Filme: „Der sorgfältigste, pädagogisch richtige und mitheiterenEinfällengewürzteAufbauvereinigt sichmiteinererstklassigenPhoto- graphie, die sich denmodernsten Errungenschaften auf demGebiete der Beleuch- tungstechnikbedienenkonnte“.376 Trotz des großen Erfolgs der Filme unterließ es die Firma Meinl, eines ihrer größten und meistpropagierten Projekte auch kinematographisch festzuhalten. In den Jahren 1927 bis 1930 führte dasUnternehmen einweitreichendes Rationali- sierungsprogrammdurch.Man folgte demPrinzip „der geraden Linie“,377 wonach 374 In einer Sequenzwird einemechanische Füllvorrichtung inVignetten-Kasch-Optik für einige Sekunden inGroßaufnahmebeobachtet.DieSzenedavorunddanachzeigenaber jeweils auchdie prüfendenFachkräfte,diesich indergroßenEinstellungdemBlickdesBetrachtersentziehen. 375 ImUrania-Katalogdes Jahres 1927 ist vermerkt, dass zudenMeinl-FilmeneineVortragsunter- lage vorhandenwar, was durchaus für eine Entfernung der Zwischentitel sprechen könnte. ÖStA, AVA, BMU,Volksbildung: Film, 1929–1930, Ktn. 487, Fasz. 472, Gschz. 36407-II/10b, 1932, Ggstd.: VolksbildungshausWiener Urania, Lehrfilme, Märchenfilme, unterhaltende Beigaben, Verlag des VolksbildungshausesWienerUraniaWien1927, Juni 1932. 376 DerFilmbote,„Einsehenswerter Industriefilm“,Nr. 19, 13.Mai 1922S. 11. 377 Schechner,Kurt:Menschenbehandlung imBetriebe,Wien1931,S. 7. 88 6 Belehren– informieren–werben
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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