Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Page - 94 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 94 - in Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938

Image of the Page - 94 -

Image of the Page - 94 - in Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938

Text of the Page - 94 -

Kunde von morgen“ umwerben. Die Schülerinnen und Schüler würden „daheim und anderwärts“ über das Gesehene berichten, wobei in der Folge zu erwarten wäre, dass auch „Elternvereinigungen Interesse an derartigen Filmvorführungen“ bekunden. Das Publikum und somit die potenziellen Käufer werden schließlich „die Erzeugnissemit ganz anderemVerständnis“wahrnehmen, „als dies bei her- kömmlichermarktschreierischerBild-undMarkenreklamederFall ist“.407 Der heimischen Industriewie auch der Reklamebranchewaren solcheÜberle- gungen keineswegs fremd. Der „ernsthafte“ und „instruktive“ Werbefilm wurde auch indenFachblätternprotegiert.DerartkonzipierteStreifensollten imSinneder „Volksbildung“WissenswertesanbietenunddieKenntnisse indenBereichenTech- nik, Chemie, Landwirtschaft, Geografie, Ethnografie, Soziologie, Ökonomie, Hy- giene, Heilkunde, Verkehrswesen oder Warenkunde erweitern.408 „Ich biete Dir eineDich interessierendeUnterhaltung, sageDir etwas für DichWesentliches und frage nicht nach demNutzen fürmich. Lernemich kennen, das genügtmir“, gab manals„vornehmenGrundgedanken“der„dezenten“Reklameaus.409Diegezielte Werbearbeit in den Schulen erkannte man als besonders Erfolg versprechende Option. Kinder und Jugendliche könnte man im Unterricht mit Artikeln bekannt machenundderenGebrauchswert erörtern.DieAufmerksamkeit sei indiesemRah- men ohne zusätzlichen Kostenaufwand vorhanden. Die Voreingenommenheit ge- genüberderReklame falle zudemweg,daderLehrer vondenSchülernals objektiv wahrgenommen werde. Die werbende Tätigkeit für den Produzenten erfahre auf dieseWeiseeineerheblicheErleichterung,undderenFolgenwürdensichauf lange Sichtmehrals rentieren.410 Heimische, aber auch internationaleUnternehmererkannten folglichdurchaus denNutzen,der sichauseinemsogestaltetenwerbendenLehrangebot ziehen ließ. Dementsprechend reichtenzahlreicheFirmen ihreFilmezumZweckederApproba- tion als Unterrichtsfilme ein. Hier zeigte sich jedochmitunter, dass Lehr- und Re- klameinhalte schwer zu vereinbaren waren. Immer wieder stießen sich die GutachterdesUnterrichtsministeriumsaneiner zuauffällig erscheinendenPräsenz desMarken-bzw.Firmennamens.SelbstStreifen,dieaufeinegezielteBevorzugung österreichischerProduktegegenüberausländischerabzielten,konntenbeanstandet 407 ÖStA, AVA, BMU, Volksbildung: Film, 1932, Ktn. 489, Fasz. 473, Gschz. 8713-II/10b, 1932, Ggstd.: Arbeitsgemeinschaft für technisches Lichtbild- und Filmwesen. Anforderungen an techni- scheFilme,Richtlinien für ihre rationelleHerstellung, 1932. 408 ÖsterreichischeReklame, „ReklameundVolksbildung“, Nr. 17,November 1928, S. 11.Contact, „ReklameimDienstederVolksbildung“,Nr. 11,November1933,S. 19–20. 409 Österreichische Reklame, „Josef Wilhelm Farnik: Der technischeWerbefilme“, Nr. 11/12, No- vember/Dezember1929,S. 50–52. 410 Österreichische Reklame, „Wie kann die Schule die Reklame fördern?“, Nr. 10, Oktober 1928, S.37–44. 94 6 Belehren– informieren–werben
back to the  book Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938"
Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Der österreichische Werbefilm