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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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vermitteln eine zeitgemäße Faszination für das rapide Lauf- undRäderwerk. Film- im-Film-Sequenzenmachensichtbar,was sonstungesagt, ungeklärt oderunbewie- senbliebe, etwadieErntevonRohstoffenanexotischenOrtenundderenTransport nach Europa oder die chemisch-antibakterielleWirkung von Persil. Ein eigens ge- drehter Farbteil demonstriert zudem in visuell eindrucksvollerWeise die Behand- lungvonBuntwäsche,unddaszueinerZeit, alsColor-FilmnochkaumzumEinsatz kam.418 SpezielldieBeweisführungssequenzenverfolgenunterschiedliche,geschlechts- spezifischeStrategien.AufderEbenevonRatioundWissenschaft erklärtDr.Breuer seinem Gegenüber Professor Stahlschmidt die „selbsttätige“ und bazillenzerstö- rendeWaschkraftPersilsanhandklarstrukturierterAnimationen.Hingegenbestim- men Praxis und Emotion die Ausführungen undAnleitungen derWanderlehrerin. Die TrennungderGeschlechter erfolgt im räumlichen (Labor-Waschküche) und in- tellektuell-argumentativen Sinn: Herr Professor wird überzeugt, Frau Professor wirdbelehrt. Der verkoppelte Lehr- und Spielfilmcharakter wird gegen Ende des Films jäh unterbrochen.DieHandlungsebeneverschiebt sich– statt zubeobachten,wirdder Zuschauerdirekt indasGescheheneinbezogen.EingeleitetwirddieserWechsel am EndederWaschanleitung, als sichdasHausmädchenAnnademPublikumzuwen- det undmit dem Slogan „Persil bleibt Persil“ zur letzten Sequenz im kaufmänni- schen Büro überleitet. Hier kommt die hybride Ausgestaltung des Films und des GenresansichamdeutlichstenzumAusdruck. DieseVielgestaltigkeit erkanntenund thematisiertenauchdieZeitgenossen.Der Regisseur des Films, Johannes Guter, bezeichnete WÄSCHE-WASCHEN-WOHLERGEHEN alseinen„Anwendungsfilm“, indemsich„diebestenEigenschafteneinesvolkstüm- lichgehaltenenKultur-undLehrfilmsglücklichvereinten“.419DieFachpressesprach voneinem„neuenmonumentalenWerbetonfilm“, voneiner „neuenGattungdes In- dustriefilms, denman als Vollendung des Kulturfilms“ bezeichnenmüsse.420 Eine klare Kategorisierung ist tatsächlich nicht möglich.WÄSCHE-WASCHEN-WOHLERGEHEN hat Kulturfilmelemente, da die Erkenntnisse der hygienischen Wäschepflege als „Beitrag zur Erhaltungder Volksgesundheit“ verstandenwurden.421 ImSinne eines belehrendenWerbefilmswerdendie richtigeAnwendungunddieWirkungskraftdes 418 DerFarbteil ist indervorliegendenKopienichtmehrerhalten. 419 Henkel Archiv: Blätter vomHause. Hauszeitschrift der Firma Henkel Cie A.G. Düsseldorf, „25 JahrePersil“,Nr. 2, 1932,S.36. 420 Contact, „Wäsche-Waschen-Wohlergehen! EinneuermonumentalerWerbetonfilm,hergestellt vonderPersil-Gesellschaft,Henkel&Voithm.b.H.,Wien“,Nr. 1, Jänner 1934,S. 15. 421 Eindurchausnational anmutenderDuktus lässt sichbisweilen imFilm,nochmehr allerdings inder JubiläumsausgabederHauszeitungerkennen. 100 6 Belehren– informieren–werben
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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