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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Produkts vorgeführt. Die Präsentation detaillierter Produktionsprozesse entspricht wiederumdemGenre Industriefilm.WÄSCHE-WASCHEN-WOHLERGEHEN istaberauchein Unternehmens- oder Imagefilm, da Produkte, Kundenservice (Wanderlehrerinnen, Korrespondenz)undUnternehmensphilosophie (sozialeFürsorge,SchaffungvonAr- beitsplätzen,BeitragzurVolkswirtschaftundzumGemeinwohl)umfassenddargelegt werden. Letztlich nutzte der tönende Persilfilm vor allem die neueste Filmtechnik, um die Modernität des Betriebs zu unterstreichen. Marketingstrategien und zeitge- nössischeProduktionsprozesse, aber auchein volkswirtschaftlich-nationalerDuktus sindablesbar. Im März 1934 wurde die österreichische Version des Films WÄSCHE-WASCHEN- WOHLERGEHEN dem Unterrichtsministerium zur Begutachtung hinsichtlich seiner Eignung als Bildungsfilm vorgelegt. Die Kommissionsmitglieder stellten sich die grundsätzlicheFrage, obeinoffensichtlicherWerbefilmauch fürdieVorführung in Schulen geeignet sei. Tatsächlichwarman jedoch schon in den Jahren zuvormit gleichartigen Fällen konfrontiert worden, wobeiman sich damals fast ausschließ- lich gegen die Bezeichnung „Bildungs- und Lehrfilm“ aussprach, die Vorführung vor Jugendlichen aber zuließ.422 Hinsichtlich der Produktion WÄSCHE-WASCHEN- WOHLERGEHEN erkannte man besonders die Darlegung der „neuzeitlichen und ra- tionellen“ FormderWäschereinigung an: „Es ist ganz gut, dass die Öffentlichkeit einmalaufdas fortschrittlicheWaschenaufmerksamgemachtwird;bedauerlich ist nur, dass eine solcheDarstellung bisher nicht in neutralerWeise und auf öffentli- che Initiativehingeschaffenwurde, sonderndasserst einePrivatfirmaeinenderar- tigen Film – natürlich zu Werbezwecken – herstellen ließ.“ Man beanstandete schließlich besonders den letztenAkt, der vornehmlich offensichtlicheReklamese- quenzen enthielt. Ein völligerWegfall eben dieser Szenen sowie der Österreichan- sichten zuBeginn des Filmswurden als Voraussetzung für eineAnerkennung des StreifensalsBildungsfilmgefordert.DieFirmaPersil sahsichausfinanziellenErwä- gungen außerstande, die gewünschten Kürzungen durchzuführen, verzichtete auf den Unterrichtsfilmstatus und beließ es bei einer Bestätigung der Zulassung der Produktionfür JugendlicheundUnmündige.423 WÄSCHE-WASCHEN-WOHLERGEHEN fand gleichwohl weite Verbreitung. Der Film wurde bei freiemEintritt imKino vorgeführt. „Ein Tag in denPersilwerken–Bilder vomWascheninalterundneuerZeit–RichtigeBehandlungfarbigerWäsche–Häus- licheReinigungundneuzeitlicheGesundheitslehre zeigt dieser Film!“, kündigtedas 422 AlsLehr-undBildungsfilmabgelehntwurdenEINGANGDURCHÖSTERREICHSGRÖSSTESEIFENFABRIK (A 1931),Auftraggeber: Schicht LeverBrothers,VOMWASCHENUNDVONDERWÄSCHE (D1929),Auftrag- geber:Henkel. Als Lehrfilm zugelassenwurdeDIENÄHMASCHINE (D 1931), Auftraggeber: SingerNäh- maschinenA.G.Vgl.:ÖStA,AVA,BMU,Volksbildung:Film,1934,Ktn.491,Gschz. 12694-II/10b,1934, Ggstd.:Filmbegutachtung„Wäsche-Waschen-Wohlergehen“,März1934. 423 Ebd. 6.3 Bildungs-undWerbefilm 101
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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