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mittelsZeichentrickanimationoderStandbilderndazuaufforderte,dieösterreichi-
scheWirtschaft undden österreichischen Fremdenverkehr aktiv zu unterstützen,
wobeinachfolgendeAppellezumEinsatzkamen:
„Kauft,was inÖsterreicherzeugt,damitderHeimatWohlstandsteigt.Kauftösterreichische
Waren!“
„Wollt Ihr,dassBlumensprießen,müsst Ihr sie fleißiggießen.Lohnt IhrdenFleißdurchKauf,
blühtauchdieHeimatauf.DrumfolgtdemSatz,demklaren–kauftösterreichischeWaren!“
„BesuchetÖsterreichsschöneSommerfrischen!“
„BesuchetEureschöneBundeshauptstadt!“
„BesuchetdieösterreichischenWintersportplätze!“489
Auf Anregung der Arbeitsgemeinschaft „Kauft österreichischeWaren“ hin sollten
außerdemBilder von Industrieanlagenzunehmend inÖBUT-Beiträgeeingeflochten
werden, die unter einem politischen oder kulturellen Titel liefen, also etwa den
Bundeskanzler, BundespräsidentenoderHandelsminister anlässlich einesBesuchs
bei einer Messeveranstaltung oder in einemWerk zeigten. Auch Landschaftsauf-
nahmen,die sichnebenbeiden regionalen„bodenständigenErzeugnissen“widme-
ten,wurdenalsderSachedienlichunterbreitet.490
Hinsichtlich der Industrie- und Kulturfilme hatte der Arbeitskreis gleichfalls
klare Vorstellungen, wobei deren „Umwidmung“ zu bzw. deren Einsatz als „Bil-
dungsfilme“klarzumAusdruckkam:AlsdemAnliegenbesondersdienlicherkannte
man die „Werksfilme“ der Unternehmen, die der „heranwachsenden JugendÖster-
reichs“ ebensowie den „ErwachsenenKenntnis von der Vielseitigkeit, Leistungsfä-
higkeit undBedeutungder österreichischen Industrie inVolks- undWeltwirtschaft“
vermittelnkönnten.491 ZugleichorganisiertedieArbeitsgemeinschaft dieVorführung
von Industriefilmen inSchulen,umaufdiesemWegdieSchülerinnenundSchüler–
„als die zukünftigenKonsumenten“–mitdenösterreichischenProdukten, imSinne
„heimischerWarenkunde“,vertrautzumachen.492
Ein im Jahr 1927 von der Körperschaft beauftragter Trickfilm zur Bewerbung der
Aktionhatte dieErwartungennicht erfüllt.493 Er dürfte auchnicht indenVertriebge-
langtsein.DieZensurlistenweisendenStreifen jedenfallsnichtaus.494Einneuerlicher
489 Moser,Bilderwelt,S. 115.Achenbach,HintergründezueinemPropagandainstrument,S.91 f.
490 ÖStA, AdR, BMHV, 581c, Ktn. 3533, Grz. 90823-WPA/34, Ggstd.: Arbeitsgemeinschaft „Kauft
österreichischeWaren“. Aktion des Referats für Wirtschaftspropaganda, Februar/März 1934. Vgl.
auchMoser,Bilderwelt,S. 116.
491 ÖStA, AVA, BMU, Volksbildung: Film, 1931, Ktn. 488, Fasz. 472, Gschz. 35875/10b, 1931,
Ggstd.:Filmabteilung.Ermittlung industriellerFilmeausÖsterreich, 19.Februar 1932.
492 Kontakt,„KauftösterreichischeWaren!“,Nr.8, Juli/August 1930,S. 13.
493WKW,AktE27.468/3,ProtokolldeserweitertenExekutivkomitees, 16. Jänner1929.
494 Vg.: Caneppele, Paolo (Hg.):Materialien zurÖsterreichischenFilmgeschichte 9: Entscheidun-
genderWienerFilmzensur1926–1928,Wien2002. 6.4 Kultur-undWerbefilm 115
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Title
- Der österreichische Werbefilm
- Subtitle
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Author
- Karin Moser
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 316
- Keywords
- Culture of memory, media history, advertising
- Category
- Kunst und Kultur