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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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seine Auftraggeber, die ihre Filmemeist außerhalb des regulären Kinobetriebs und mit unterschiedlichen Zielsetzungen zum Einsatz brachten. Staatliche Werbefilme warendurchausauchalsKultur-undLehrfilmeeinsetzbar.DieseVorgabeentsprach auchganzKöfingers Stil, der sich trotz einer ZunahmeanprägnantenKurzwerbefil- mennichtmaßgeblichänderte.DesWeiterensind49seinerWerbefilmedemBereich Tourismus zuzuordnen, weshalb eine umfassende und vielseitige Darstellung von Landschaften,SehenswürdigkeitenundAttraktionendurchausgewünschtwar.Seine weiteren Reklamefilme bewarben Reinigungs- und Körperpflegeprodukte,744 Beklei- dung und Informationsdienstleistungen,745 Futtermittelerzeugnisse746 und Finanz- dienstleistungen.747 Die Titel einiger Streifen lassen keine eindeutigen Schlüsse auf dasbeworbeneProduktzu.748 Zu seinen ersten und zugleich für Köfinger untypischstenWerbefilmarbeiten zähltDERSTIEFELPUTZERALSLIEBESAMOR(A1924).Der imVergleichzuseinenübrigen Filmen andere Stil ist auf den grafischenGestalter diesesAnimationsfilms zurück- zuführen. Der inWarschau geborene und seit 1904 inWien lebendeMichaelMai- baum war eigentlich ausgebildeter Architekt, hatte sich jedoch im Bereich Filmerzeugung und Zeichentrickfilm weitergebildet,749 in verschiedenen Filmate- liersmitgearbeitetund1937einenGewerbeschein„zurHerstellungvonKurzfilmen“ erworben.750DER STIEFELPUTZER ALS LIEBESAMOR ist eine von zweiAnimationsfilmar- beiten,751 die Maibaum in der Zwischenkriegszeit zugeordnet werden können. MichaelMaibaumwurdeeinOpferdesNS-Terrors.752 Für den genannten Reklamestreifen wandte Maibaum die Legetricktechnik an. DieausPapieroderPappegefertigten flachenFigurenänderndurchdasVerschieben 744 DER STIEFELPUTZER ALS LIEBESAMOR (A 1924, L: 105m), siehe: Paimann‘s Filmlisten, 17. Novem- ber 1924, o. S. VERJÜNGENDEGESICHTSPFLEGE (A 1932, L: 57m) sowieWIE PFLEGT DIE SCHÖNEWIENERIN IHRGESICHT (A1932,L: 190m),beidesiehe:Paimann‘sFilmlisten, 1.Oktober1932,o.S. 745 ZELINKAS-DAMENBEKLEIDUNG(Aca. 1932,L: 100m), siehe:BestandFilmarchivAustria.EINELEHR- STUNDE BEI FRAUZELINKA–SPARSAMKEIT IN DERHAUSWIRTSCHAFT (A 1932, L: 295m), siehe:Paimann‘s Filmlisten, 22. Jänner1932,o.S. 746 (1903–1933): 30 JAHRE KERBERS FUTTERMITTEL (A 1930, L: 170m), siehe:Paimann‘s Filmlisten, 2. Jänner 1933,o.S. 747 SPAREMITGLÜCK (A1927,L:217m), siehe:Paimann‘sFilmlisten, 23.Mai 1927,o.S. 748 GLÜCK IMUNGLÜCK (A 1929, L: 81m), siehe:Paimann‘s Filmlisten, 25. November 1929, o. S.WARUM SEINMOTORINDERKÄLTENICHTANGING(A1933,L:30m),siehe:Paimann‘sFilmlisten,2.Februar1934,o.S. 749 Renoldner,AnimationsfilminÖsterreich– 1832,S. 76. 750WKO, Archiv Wien, Gewerbearchiv, Gewerbeschein „Michael Maibaum“, Nr. 778, 22. März 1937. 751 ZugeordnetwerdenkannMaibaumauchdieanimierteTraumsequenz imSpielfilmKLEIDERMA- CHENLEUTE (A1921,R:HansSteihoff).Renoldner,AnimationsfilminÖsterreich– 1832,S. 78. 752 Maibaumwurde 1938 nach Polen deportiert, wo er im zumKonzentrationslager umgewandelten einstigen jüdischen Ghetto Bialystok ermordet wurde. Siehe Online-Personensuche Opferdatenbank „MichaelMaibaum“ imDokumentationsarchiv desÖsterreichischenWiderstands: http://www.doew. at/personensuche,30.6.2015. 8.4 Werbefilmproduzenten imPorträt 167
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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