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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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Einfall, er greift sich an den Kopf, lächelt und schreitet weiter, der jungen Dame neuerlichnach. Der nachfolgende Zwischentitel „Jambo wartet auf Kunden“macht die Prob- lemlösungbereits ersichtlich. Vor gleichbleibenderKulissewartet ein Schuhputzer auf Kunden. Der schwarzeMannmit Fez entspricht in seiner visuellenUmsetzung rassistischen Bildkonzeptionen: Sein Kopf ist überdimensioniert, ein breites – ebensoviel zugroßgezeichnetes–Lächelndominiert seineErscheinung.Der „die- nendeMohr“ sitzt undblickt denunterschiedlichstenPassanten (diese sindwiede- rum nur ab dem Rumpf ersichtlich) grinsend nach. Niemand bleibt stehen. Er vergräbt den Kopf in den Händen. Zwischentitel: „Heute will das Geschäft nicht recht gehen.“Die Damemit Lorgnon geht an ihm vorbei, er bewegt nun entzückt denKopfhinundher.DerVerehrer folgt,hält bei Jamboan.Letzterergreift sichan dieStirn,klatscht schließlich tatkräftig indieHände.Zwischentitel:„Denwerde ich als Reklame fürmich auf den Glanz herrichten.“ Jambo holt zwei Bürsten hervor und putztmit Eifer zuerst den einen, dann den anderen Schuh blank. Der Kunde beugt sichzu Jambohinunter, inhalbnaherEinstellungsgrößeblickensie einander grinsend an. Die diagonale Anordnung – Jambo in der unteren, der Mann in der oberen Position – bleibt erhalten. Jambo bekommt als Lohn ein Geldstück über- reicht (seinGegenüber istnunwiederabdemRumpfersichtlich),erdankt. Szenenwechsel:DieAngebetetehat auf einerParkbankPlatzgenommen. IhrBe- wunderernähert sichmit verzerrtemGesichtund ingebeugterHaltung.Er setzt sich gleichfallsaufdieBank,bewegt seinBein, immerwiederaufdie strahlendenSchuhe hinweisend,zuihr.Ersprichtsiean,zeigtaufseineFüße.DieFraubleibt regungslos. AufeinemZweig,direktüberdemKopfderDame, findet sicheinVogelpaarein,das miteinaner schnäbelt.WährendderManndemTreibender beiden lächelnd zusieht, fühlt sichdie Fraukeineswegs vondieser stimmungsvollenNaturszenerie inspiriert. Der Verehrer blickt hinauf, saugt an seinem Finger, stimmt offenbar einen Ton an undversuchtdieVögel zuanimieren.DieTiere zwitschern, eineskotet aufdasKleid derDame.Der„Kavalier“ ist gleich zurStelleundsäubert denFleck,der sichpikan- terweise auf dem Schoß der Frau unmittelbar unter ihrem Geschlecht ausgebreitet hat.DerBannscheintgebrochen,manblicktund lächelt einanderan.Erergreiftdas Wort, zeigt auf seine Schuhe. Sie folgt demBlick undwirft sich daraufhin in seine Arme.DasUmschlingenseinesHalses,derGriffanihreHüfteundder imunteren lin- kenBildrandangedeuteteKopfeinesKindsvermittelneinegroßeIntimität. Inwieweit hier metaphorisch eine sexuelle Handlung angedeutet wird oder auch schlicht auf eingeplantesweiteresLebenverwiesenwird,bleibtder InterpretationderZuschaue- rinnenundZuschauer vorbehalten. Zwischentitel gebendarüber keinerlei Auskunft. Arm inArm schreitet das Paar nun einher, umnochmals auf Jambo zu treffen. Der Schuhputzer greift sich erstaunt an Mund und Kopf. Das Paar beugt sich herab. Jambobringt durch seineGestik neuerlichdenGrund für dieses Liebesglück vor. Er zeigt abwechselnd auf denMannundauf die Schuhe, umschließlich seine Putzbe- wegungennachzuahmen.EswirdAbschiedgenommen. 8.4 Werbefilmproduzenten imPorträt 169
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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