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positive Emotionenmit derWerbebotschaft zu verbindenunddamit Lust auf Kauf
undKonsumzumachen.
8.4.5 RobertReich
Er war es, der als erster in Österreich die außerordentliche propagandistischeWirkung des
Films erkannteundals unvergleichlichesWerbemittel für die heimischeProduktionheranzu-
ziehenwusste.794
InvielenFällenseineigenerAutor, indenmeistenFällenseineigenerRegisseur.Erhatesver-
standen, denWerbefilm, und insbesondere in letzter Zeit denWerbe-Tonfilm, qualitativ und
im Inhalt so zugestalten, dass er vomKino-Publikumbeiuns ebensogernegesehenwirdwie
inDeutschland.795
In dieserWeise huldigten die FachzeitschriftDer Filmbote undDas Kino-Journal 1920
und 1933 jenemMann, der tatsächlich zu den erstenWerbefilmpionieren Österreichs
zählte.RobertReichwurdeam18. Juni 1882 inPraggeboren.LautmehrererBranchen-
blätterwar er bereits seit 1911bzw. 1912 inderFilmbranche tätig.796Gesichert ist, dass
Reich nicht nur Drehbuchautor des ersten österreichischen Konsumartikelwerbefilms
war, sondern zudemals Leiter der „Sawerb“, der imVerlauf desErstenWeltkriegs bei
der „Österreichisch-Ungarischen Sascha-Messter Filmfabrik Ges.m.b.H.“ eigens einge-
richteten Werbefilmabteilung, fungierte. 797 Auf seine Initiative entstanden in dieser
Funktionunter demTitel „Das lachendePlakat“ etwa zahlreiche humorvoll pointierte
undpopuläreTrickfilme.Reichwar auch fürdenVertriebdieser Produktionen zustän-
digundsicherte letztlichdieAufführungdieserAnimationsfilmreihe insämtlichengrö-
ßerenKinosderMonarchie.798ZudemwarerbeimKPQalsKameramanntätig.799
NachdemKrieghattesichReichaufgrundseinerTätigkeiten inderBrancheeinen
Namengemachtundübte inden Jahren1919und1920eineReiheanFunktionenaus:
Er war Vorstandsmitglied des Verbandes der Aufnahmetechniker und gehörte der
staatlichen Filmhauptstelle als kommerzieller und technischer Beirat an. 1920 über-
nahmerdieLeitungder„Astoria-Filmgesellschaft“, indererauchalsGesellschafter in
794 DerFilmbote,„DieAstoria-FilmgesellschaftunterneuerLeitung“,Nr.9,28.Februar1920,S.21.
795 DasKino-Journal,„DerWerbefilmunddieLichtspieltheater“,Nr. 1215, 1933,S. 52.
796 Österreichische Film-Zeitung, „Robert Reich, Direktor der Österreichischen Werbefilmgesell-
schaft“,Nr. 9, 23.Februar 1929,S.66.DasKino-Journal,„DerWerbefilmunddieLichtspieltheater“,
Nr. 1215, 1933,S.52.
797 Loacker/Prucha,UnerwünschtesKino, S. 60. SiehedazuauchdieKapitel „ZurDemonstration
ökonomischer Stärke: Industrie(werbe)filme“ sowie „WIENINETTE ZU IHREMAUSGANG KAM –Der äl-
testeKonsumartikelwerbefilmösterreichischerProvenienz“.
798 DerFilmbote,„DieAstoria-FilmgesellschaftunterneuerLeitung“,Nr.9,28.Februar1920,S.21.
799 Loacker/Prucha,UnerwünschtesKino,S.60.
184 8 DieWerbefilmproduzenten:Etablierung,Organisation,Einflusssphären
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Title
- Der österreichische Werbefilm
- Subtitle
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Author
- Karin Moser
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 316
- Keywords
- Culture of memory, media history, advertising
- Category
- Kunst und Kultur