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FanfarenklängeerhöhendieBedeutungdesAbschlussbildsundbildenein in sichge-
schlossenesEnde.
Das Produkt selbst ist nicht zu sehen.DerWerbefilm scheint als Ergänzung zur
Drucksorten-undPressekampagnederFirmaPalmers fungiertzuhaben.Erschufbei
den Zuschauerinnen vermutlich ausreichend Neugier, um eine Filiale aufzusuchen
und den „blonden Strumpf“ persönlich in Augenschein zu nehmen. Zudemwurde
das Interesse soweit stimuliert, dass die Aufmerksamkeit der potenziellen Kundin-
nenbeimBlättern inTageszeitungenoderWochenjournalen sichwohl auchauf die
parallel lancierte Artikelserie richtete. Robert Reich hat hier neuerlich eine auf Pro-
dukt,UnternehmenundZielrichtungindividuellgestalteteAuftragsarbeitvorgelegt.
8.4.6 Frank(Franz)WardRossak
Franz Rossak wurde am 13. Februar 1901 in Vösendorf bei Wien geboren. Sein
Vater war Werksleiter der Wienerberger Ziegelwerke. Schon als Volksschüler
zeigte er Interesse für das Medium Film. Er erledigte kleine Besorgungen für
einenKinooperateur, imGegenzugwar ihmerlaubt, inderVorführkabinezuver-
weilen.Mitunter bekamer Filmreste, die er zusammenklebte und seinen Freun-
denvorführte. AuchalsHandelsschüler stellte er regelmäßig Spezialprogramme
fürSchulaufführungenzusammenundentwickeltehierbeiTechniken imBereich
derKompilation.849 1917 brach er dieHandelsschule vorzeitig ab, umalsVolon-
tär bei der „Österreichisch-Ungarischen Kinoindustrie“ (unter der Leitung von
Anton Kolm, Louise Veltée-Kolm und Jakob Fleck) zu arbeiten. In dieser Zeit
wurde er mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten der Filmbranche vertraut ge-
macht:Verleih,Vertrieb,ReklameundProduktion.850
1920übernahmerbei der „Fakir-Film“die Funktion eines technischenLeiters,
wobei er vor allem Filmkopien zu prüfen hatte. In eben diesem Jahr wechselte er
dann als Disponent zur „Imperial Filmgesellschaft m.b.H. Wien – Berlin“, um
schließlichbeider„Regentfilm“alsHilfsregisseurundAushilfskraft auf sämtlichen
Ebenentätigzuwerden.
1921 wurde Rossak als Darsteller von Groteskfilmen entdeckt. In diesen aben-
teuerlichen Kurzfilmen standen Verfolgungsjagden, Überfälle und komische Ver-
wechslungen imZentrum.SeinRollenname„Francis“wurde zumSignetderReihe.
Letztlich fungierte er hier auch als Regisseur und Produzent. Anfang der 1920er-
JahrenahmFranzRossakdenKünstlernamenFrankWardRossakan.851
849 MeinFilm,„ÜberRuinenzuneuemLeben“,Nr.379, 13.9. 1946.
850 ÖStA,AdR,ZivilaktenNS-Zeit,Bundesministeriumfür Inneres/Gauakten,Akt„FranzRossak“,
Nr. 181973.
851 Tode, Thomas: DieVerwandlungendes FranzRossak. Eine österreichische Filmbiografie zwi-
schen Arbeiterbewegung und Nationalsozialismus, in: Dewald, Christian: Arbeiterkino. Linke
8.4 Werbefilmproduzenten imPorträt 199
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Title
- Der österreichische Werbefilm
- Subtitle
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Author
- Karin Moser
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 316
- Keywords
- Culture of memory, media history, advertising
- Category
- Kunst und Kultur