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gegeben. Angepriesen wurden etwa auch „abstrakte Ornamentdarstellungen als
Blickfang und Introduktion“. Insgesamt sei der originalgetreue Farbfilm für das
PublikumeineabsoluteSensation.Er zögedieAufmerksamkeit völlig auf sich, ver-
fehlekeinesfallsdieWerbewirkungundfändeungeteiltenBeifall.Selbst fürKinobe-
treiberhätten farbigeWerbefilmeeinenbesonderenReizundseien„eineZierdedes
Vorprogramms“,hießes indenBranchenblättern.921
DieMehrheitder sodargebotenenundbeworbenen farbigenWerbefilmewaren
Animationsstreifen,922 die letztlichwieder künstliche undweniger „reale“Bildwel-
ten zeigten. Zeichentrickfilmewaren allerdings durchausbeliebt undhatten inner-
halbdiesesGenresbereitseine langeTradition.
9.3 Animationskunst
WährenddesErstenWeltkriegs erlebtederZeichentrickfilm inÖsterreicheineners-
ten großenAufschwung. ZahlreicheKriegskarikaturenundKriegsanleihefilmepro-
pagiertenmit „Witz undCharme“denGroßenKrieg,warben für das Zeichnen von
Kriegswertpapieren und hetzten gegen „den Feind“.923 Diese Streifenwaren nicht
nurbeimPublikumbeliebt, sonderndürftenauch ihrenZweckerfüllt haben. Letzt-
lich scherzte Peter Eng – einer der bekanntesten Wiener Grafiker der Zwischen-
kriegszeit– 1920über seinenKollegenKarlRobitschek (kurzRob):„Rob,bekannter
Plakatzeichner undHerausgeber desWitzblattes ‚Faun‘ zeichnete Kriegsanleihe –
bitte ausreden lassen–Kriegsanleihepropagandafilms–derenüberzeugender Pro-
paganda wir eine vierwöchentliche Verschiebung des Kriegsendes zu verdanken
haben.“924
Unmittelbar nach dem ErstenWeltkrieg bis zum Jahr 1925 erlebte der Anima-
tionsfilm in Österreich eine Blütezeit. Diese Periode zeichnete sich durch eine im-
mense Experimentierfreudigkeit der grafischen Filmkünstler aus, erstklassige
Arbeiten entstanden, unddas Interesse indenFilm-undMarketingfachblättern an
dieser Kunstfertigkeit war groß.925 In der Printreklame kamen gerne grafische
humoristische Arbeiten zum Einsatz, weshalb auch die Fachblätter wiederholt
921 Contact, „Werbungdurch denFilm“, Nr. 12, Dezember 1933, S. 19.DasKino-Journal, „Farbige
Werbefilme“, Nr. 1276, 1935, S. 5.Österr. Reklame-Praxis, „DerFarbentonfilm“, Februar/März 1936,
S. 11–13.
922 Österreichische Film-Zeitung, „Der erste Sprech-Trickfilm“, Nr. 7, 9. Februar 1929, S. 24.Das
Kino-Journal, „FarbigeWerbefilme“, Nr. 1276, 1935, S. 5.Österr. Reklame-Praxis, „Der Farbenton-
film“,Februar/März1936,S. 11–13.
923 Vgl. dazudasKapitel„DieErfüllungeinerpatriotischenPflicht:Kriegsanleihewerbefilme“.
924 DieFilmwelt,„DerTrickfilm“,Nr. 35, 1920,S. 7.
925 Siehedazuauch:Renoldner,AnimationsfilminÖsterreich– 1832,S. 58.
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Title
- Der österreichische Werbefilm
- Subtitle
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Author
- Karin Moser
- Publisher
- De Gruyter Open Ltd
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 316
- Keywords
- Culture of memory, media history, advertising
- Category
- Kunst und Kultur