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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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ImÖsterreichderZwischenkriegszeitarbeitetendieAnimationskünstlerbevorzugt mitderLegetricktechnik,wobeidieangefertigtenundzugeschnittenenKartonfiguren bzw. deren bewegliche Gliedmaßen vorsichtig, Bild für Bild, verschoben wurden. EinemBericht aus einer Trickfilmwerkstatt zufolgehatte ein Zeichner für die präzise Darstellung des Öffnens einer Schuhcremedose 141 Paar ausgeschnittene Hände herstellenmüssen.932 ZumAbschlusswurdenGeräusch- undMusiksequenzengenau gesetzt bzw. im Stummfilm an den jeweiligen Stellenmit Markern gekennzeichnet, umdenMusikernundGeräuschemacherndenjeweiligenEinsatzvorzugeben.933 TrotzdesgroßenAufwandsderHerstellungbeteuertendieFachblätter stetsdie recht geringenKostendesTrickfilms, imSpeziellen imVergleich zumSpieltonfilm. GenaueZahlenwurden indenZeitungenabernichtgenannt.934Einzig ineinerNie- derschrift aus dem Jahr 1932, anlässlich der Vorführung technischer Filme in der FilmabteilungdesUnterrichtsministeriums, findet sich diesbezüglich einVermerk, dereinandersBildzeigt. IndemProtokollwirddaraufhingewiesen,dassheimische Firmenaufgrundder Kosten eine „geringeNeigung“hätten, „Trickfilmeherstellen zu lassen“. Demnachwürde ein „normaler Film vier Schilling proMeter“ kosten, ein„Trickfilm“hingegen„12bis 14SchillingproMeter“.935AufnochhöhereKosten weisen deutsche Quellen hin, die Mitte der 1930er-Jahre für die Produktion eines Zeichen- oder Puppentrickfilms mindestens 60 bis 100 Reichsmark pro Meter an Kosten veranschlagen.936 Inwiefern die Vertreter der Filmbranche hier gezielt fal- sche Angaben machten, um ihre Auftragslage zu sichern, kann aufgrund der zu weniggesichertenVergleichszahlennurvermutetwerden. GerneundausführlichpräsentiertendieBranchenblätter einzelneAnimations- künstler undderenArbeiten, selbstwenndiesenur kurz inÖsterreich tätigwaren. LouisSeel, eingebürtigerDeutscher,derab1915 indenUSAtätigwarundMitteder 1920er-Jahre auch eine Produktionsfirma inMünchen betrieb,machte 1925 halt in Wien.937 ImFilmbotenwurdenmehrereProjektedesKünstlersangekündigt,u.a.ar- beitete Seel aneiner Filmserie rundumdie „GrimmschenMärchen“ sowie aneiner Zeichentrickreihe, inderbekannteKomikerwie „CharlieChaplin“,„Fatty“ (Anmer- kung: Arbuckle), „Pat und Patachon“ oder „Jackie Coogan“ karikiert werden soll- ten. DerWunschdes Journalisten,wonach „derKünstler unserer Stadt recht lange 932 Österr. Reklame, „Der Reklametonfilm“, Nr. 5, Mai 1930, S. 17. Beispiele zur Herstellung von Silhouettenfilmen finden sich inÖsterreich nicht, trotzdemdie Technik bekanntwar und auch in derFachpressebesprochenwurde. Siehe:DerFilmbote, „VonTrick- undSilhouettenfilmen“, Nr. 2, 12. Jänner 1924,S. 11 f. 933 Österr.Reklame,„DerReklametonfilm“,Nr. 5,Mai 1930,S. 17. 934 Ebd.sowieDasKino-Journal,„InderWerkstattdesTrickfilmzeichners“,Nr. 703, 1924,S. 2 f. 935 ÖStA,AVA,BMU,Unterricht-Allgemein (1848–1940),Volksbildung:Film, 1932,Ktn. 489,Fasz. 473, Gschz. 10760-II/10b, Ggstd.: Filmabteilung, Vorführung technischer Filme, 11. Vorführung, 1932,Notizvom5.Februar,AktenüberdieRichtlinien für Industrie-undWerbefilme,Februar1932. 936 Forster,UfaundNordmark,S.33. 937 Renoldner,AnimationsfilminÖsterreich– 1832,S. 59 f. 216 9 Der„ideale“Werbefilm
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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