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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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zurück, umProdukte zu bewerben. Vor allem technischeAbläufewurdenperAni- mation vereinfacht und mit einer kindlich zauberhaften Atmosphäre versehen. Wozak und Thomas ließenwiederholt sagenumwobeneWesen auftreten: Im Film DASHAMMERBROT-SCHLARAFFENLANDbedienenWichtel inBäckerkleidungMaschinen zur Brot- und Gebäckwarenerzeugung. Auch betreiben sie ein „Rosinenflugzeug“, das perMaschinengewehr das getrocknete Gut in die süßen Backwaren feuert. In DER RADIO-AUTOMAT wird die Funktionsweise des Gerätsmittels Heinzelmännchen erklärt,diedenApparatzusammenbauenundinBetriebnehmen.994 Animationen dienen auch immer wieder dazu, humoristische Akzente zu set- zen.Was bei realenMenschen überzeichnet wirkt, kann bei gezeichneten Figuren einengewissenCharmeundWitz insich tragen.MitunterermöglichtderTrickauch eine pointierte, leicht fassbare Beweisführung. Ein Beispiel aus den 1920er-Jahren sei hier angeführt. Der Werbe- und Kulturfilm HOPFEN UND MALZ, GOTT ERHALT’S (A ca. 1929)995 erläutert den „WerdegangdesBieres“ vonderGewinnungdesGers- tensaftsbiszurKonsumationdesGetränks imBiergarten.DerSchlussappell„Trinkt österreichische Biere. Ihr fördert dadurch ÖsterreichsWirtschaft!“weist den Film alsTeilderGemeinschaftswerbekampagne„KauftösterreichischeWaren!“aus.996 Anders als in zahlreichen anderen Reklamefilmen steht der Konsum des Pro- duktsnichtamEndedesFilms.DerBiergartenszene folgenTrickfilmsequenzen,die in „drei lehrreichen Kapiteln aus dem alltäglichen Leben“ die positiveWirkungs- kraft desGetränks bezeugen sollen.997 Episoden aus dem „Alltag“desMalersNazi Schmächtig,998 des Ehepaars Schnippe und des Junggesellen Leberecht wollen in launigemStilundvongereimterklärendenZwischentitelbegleitetdie inspirierende undgesundheitsförderndeKraftdesGerstensaftsunterBeweisstellen. Szene eins soll denAufbau dieser Trickteile beispielhaft veranschaulichen: Der mit schütteremHaar skizzierte Künstlerwandelt in seinemAtelier unruhig hin und her („Nichts fällt ihm ein – sein Kopf ist leer. Nervios [sic!] seinmacht dasMalen schwer“). In seinerVerzweiflungsinkt eraufdenStuhlnieder, legtdieHandanden Kopf.Ein jungerBurschebetrittdenRaummiteinemproportionalzugroßgezeichne- tenBierkrug („ZumFrühstückbringtderSchanihier.EinschäumendfrischesKrügerl Bier!“).Mit nur einemZugwirddasGlas geleert („Kaum ist es ausgetrunken– seht: Schwupps! JederNervenschmerz vergeht!“).DasMotivder rollendenAugenalsAus- druck der Freude wird mehrfach wiederholt. Der Künstler geht zur Staffelei und 994 Vgl. dazuauch:Renoldner,AnimationsfilminÖsterreich– 1832,S.75,88. 995 HOPFENUNDMALZ,GOTTERHALT’S (Aca. 1929),Produktion:unbekannt,Laufzeit; 25Minuten. 996 ZuderAktion„KauftösterreichischeWaren!“sieheauchdasKapitel„Kultur-undWerbefilm“. 997 DienachfolgendenAusführungenentsprechenüberweiteTeilehinwegeinerAnalyse,dievon der Autorin dieser Arbeit 2012 erstellt und veröffentlicht wurde. Siehe: Moser, „Hygienisch - gesundheitsfördernd–schmackhaft“,http://www.medienimpulse.at/articles/view/641(30.11.2014). 998 Es istdavonauszugehen,dassessichhierumdieKoseformfür Ignazhandeltundkeinepoliti- schenBezüge intendiertwaren. 9.3 Animationskunst 231
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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