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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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ergreift denPinsel („UndSchmächtigmalt voll kühnen [sic!] Schwung– in freudigs- terBegeisterung!“).DerKünstlerskizzierteinenBierkrugmitLorbeerumrandungund Strahlenkranz.DiedoppelteVisualisierungdesbeworbenenProduktsunddessenak- zentuiertePräsentation–einmal imVerhältniszugroßdargestellt,dasandereMal in mythischem Arrangement dargeboten – in Verbindung mit appellativen Reimen unterstreichen eine rhetorisch angelegte Überzeugungsstrategie auf der Bild- und Tonebene. In ähnlicher Bild-Text-Manier gestalten sich die beiden anderen Episoden. Schon die Namen der Figuren tragenmitunter eine charakterisierende Bedeutung in sich, gebendieRichtungderErzählungvorundhabeneineFunktion. Schmäch- tig ist einehagereFigur, dermanNervosität zuschreibt.Herr Leberecht kämpftmit Magenproblemen(undSchlafstörungen).DieFamilieSchnippemusstesichschlicht auf„Grippe“ reimen. EinzelnekörperlicheMerkmalewerdenbetont,umZuständeundderenVerände- rungunmittelbar nachvollziehbar zumachen.DerBiergenusshat äußerlicheFolgen: DieStirnfaltendesMalersverschwinden.Dieüberdimensionalunddunkel skizzierten Nasen der Schnippes nehmenwieder eine normale Formund Farbe an. Leberechts hagerer Kopf und seine schmale Gestalt werden zunehmend füllig. In kompakter Formwerden die visuellen und sprachlichen Informationen verdeutlicht. Alles wird einStückweitüberspitztdargebracht.Hiergilt,dassderhumoristischeStil eineunter anderen Gegebenheiten aufdringlich erscheinendeWerbeanmutungmäßigt und im SinnedermotivierendenFunktiondesLachenssogarzueinernachhaltigenVeranke- rungimGedächtnisbeiträgt. WerdieTrickfilmteile inHOPFENUNDMALZ,GOTTERHALT’Sgestaltethat, ist–wie in so vielen Fällen–nicht bekannt. Im Stil erinnern die Zeichnungen aber an die ArbeitendesGrafikersMaxFleischhacker.999WurdendieKünstlereigensausgewie- sen, so hatten sie sich zumeist schon einen Namen in der Branche gemacht. Die NennungderGestalterwarsomitaucheinGütezeichenundTeilderWerbung. 999 Siehe dazuBeispiele seinerArbeiten in:ÖsterreichischeReklame, „MaxFleischhacker“, Nr. 1, 1931,S. 16–18. 232 9 Der„ideale“Werbefilm
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
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