Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Page - 245 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 245 - in Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938

Image of the Page - 245 -

Image of the Page - 245 - in Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938

Text of the Page - 245 -

nächsten. Gegen diverse Widerstände anderer Branchenvertreter und Behörden konnten die Verbandsmitglieder bewerkstelligen, in allen wichtigen Gremien der heimischenFilmbranchevertretenzusein. PotenziellenKonkurrentenausdemIn-undAuslandsagtemanerfolgreichden Kampf an. Die Erfindung des leicht handbaren 16 mm-Films hatte Amateure auf den Plan gebracht, die Reklamefilme in Eigenregie herstellten und versuchten, diesepotenziellenKundenanzubieten.DerVerbandwolltediesenLaien„dasHand- werk“ legenundsetztebeidenstaatlichenBehörden1936dieEinführungeiner„Ge- werbegenehmigung für die Kurzfilmerzeugung“ durch. Beschwerde führte die VereinigungauchgegenösterreichischeUnternehmen, dieWerbefilme imAusland in Auftrag gaben und damit „der heimischen Filmwirtschaft Schaden zufügten“. 1937wurde daraufhin denKurzfilmherstellern seitens desHandelsministeriums in Aussicht gestellt, derartigeWerbefilmevorerst steuerlich zubelastenund inweite- rer Folge österreichischen Firmendie Vergabe vonWerbefilmarbeiten an dasAus- landzuuntersagen. WenigeMonate vor dem „Anschluss“anNS-DeutschlandkonntederVerband letztlich auch eine Auseinandersetzung mit den Reklamefilmbüros für sich ent- scheiden. Man warf diesen ein undurchsichtiges Verhalten, fehlende Einheits- preise sowie eine unordentliche Ausführung der Aufträge vor. Im August 1937 wurde schließlich ein bindendes Preisregulativ festgesetzt und ein Überwa- chungsausschuss installiert. Die Reklamebüros handelten allerdings nur Verträge für Reklamefilmvorfüh- rungen im regulären Kinobetrieb aus. Tatsächlich war es aber gang und gäbe, Werbe- und Industrie(werbe)filme imRahmen von „non-theatrical exhibitions“ zu präsentieren. Begünstigt wurde dies durch die Etablierung und Verbreitung des 16mm-Schmalfilms,dernichtnurschwerentflammbar, sondernauchkostengünsti- ger und leichter zuhandhabenwar als der 35mm-Normalfilm. In der Folge setzten zahlreiche Geschäftsinhaber auf die Präsentation von Werbefilmen in ihrem Geschäftslokal oder imSchaufenster.AufdiesemWegsolltenKundinnenundKun- den in das Lokal gelockt werden. Außerhalb des Kinotheaters führtemanWerbe- filmemit größerer Zielgruppenorientierung vor. Meist nutzteman diesen Rahmen auch,umüberdieBedienungvonGerätenoderdieZweckmäßigkeit vonProdukten vorOrtdurchFirmenvertreteraufzuklären. DieVorführortewarenvielfältig– sokamenReklamefilmeetwa inGaststätten, Schulen, Waisen- und Pflegeheimen, in Vereinen, auf Schiffen, im Open-Air- Bereichundselbst inDurchhäusern,Litfaßsäulen,MilitärkasinosundHaftanstalten zumEinsatz. Auch in speziell konzipierten Reklamefahrzeugenwaren die Streifen zu sehen. Eine Konzession zur Vorführung von Werbefilmen war begehrt und konntemitunterdenLebensuntererhalt sichern. FürdiePräsentationvonReklame- streifen wurden bei den Auftraggebern Einnahmen lukriert. Oftmals waren es al- leinstehendeFrauenoderauchKriegsinvalide,dieaufdiesemWeg ihrAuskommen fanden. 11 Schlussbetrachtungen 245
back to the  book Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938"
Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Title
Der österreichische Werbefilm
Subtitle
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Author
Karin Moser
Publisher
De Gruyter Open Ltd
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
316
Keywords
Culture of memory, media history, advertising
Category
Kunst und Kultur
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Der österreichische Werbefilm