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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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nächsten. Gegen diverse Widerstände anderer Branchenvertreter und Behörden konnten die Verbandsmitglieder bewerkstelligen, in allen wichtigen Gremien der heimischenFilmbranchevertretenzusein. PotenziellenKonkurrentenausdemIn-undAuslandsagtemanerfolgreichden Kampf an. Die Erfindung des leicht handbaren 16 mm-Films hatte Amateure auf den Plan gebracht, die Reklamefilme in Eigenregie herstellten und versuchten, diesepotenziellenKundenanzubieten.DerVerbandwolltediesenLaien„dasHand- werk“ legenundsetztebeidenstaatlichenBehörden1936dieEinführungeiner„Ge- werbegenehmigung für die Kurzfilmerzeugung“ durch. Beschwerde führte die VereinigungauchgegenösterreichischeUnternehmen, dieWerbefilme imAusland in Auftrag gaben und damit „der heimischen Filmwirtschaft Schaden zufügten“. 1937wurde daraufhin denKurzfilmherstellern seitens desHandelsministeriums in Aussicht gestellt, derartigeWerbefilmevorerst steuerlich zubelastenund inweite- rer Folge österreichischen Firmendie Vergabe vonWerbefilmarbeiten an dasAus- landzuuntersagen. WenigeMonate vor dem „Anschluss“anNS-DeutschlandkonntederVerband letztlich auch eine Auseinandersetzung mit den Reklamefilmbüros für sich ent- scheiden. Man warf diesen ein undurchsichtiges Verhalten, fehlende Einheits- preise sowie eine unordentliche Ausführung der Aufträge vor. Im August 1937 wurde schließlich ein bindendes Preisregulativ festgesetzt und ein Überwa- chungsausschuss installiert. Die Reklamebüros handelten allerdings nur Verträge für Reklamefilmvorfüh- rungen im regulären Kinobetrieb aus. Tatsächlich war es aber gang und gäbe, Werbe- und Industrie(werbe)filme imRahmen von „non-theatrical exhibitions“ zu präsentieren. Begünstigt wurde dies durch die Etablierung und Verbreitung des 16mm-Schmalfilms,dernichtnurschwerentflammbar, sondernauchkostengünsti- ger und leichter zuhandhabenwar als der 35mm-Normalfilm. In der Folge setzten zahlreiche Geschäftsinhaber auf die Präsentation von Werbefilmen in ihrem Geschäftslokal oder imSchaufenster.AufdiesemWegsolltenKundinnenundKun- den in das Lokal gelockt werden. Außerhalb des Kinotheaters führtemanWerbe- filmemit größerer Zielgruppenorientierung vor. Meist nutzteman diesen Rahmen auch,umüberdieBedienungvonGerätenoderdieZweckmäßigkeit vonProdukten vorOrtdurchFirmenvertreteraufzuklären. DieVorführortewarenvielfältig– sokamenReklamefilmeetwa inGaststätten, Schulen, Waisen- und Pflegeheimen, in Vereinen, auf Schiffen, im Open-Air- Bereichundselbst inDurchhäusern,Litfaßsäulen,MilitärkasinosundHaftanstalten zumEinsatz. Auch in speziell konzipierten Reklamefahrzeugenwaren die Streifen zu sehen. Eine Konzession zur Vorführung von Werbefilmen war begehrt und konntemitunterdenLebensuntererhalt sichern. FürdiePräsentationvonReklame- streifen wurden bei den Auftraggebern Einnahmen lukriert. Oftmals waren es al- leinstehendeFrauenoderauchKriegsinvalide,dieaufdiesemWeg ihrAuskommen fanden. 11 Schlussbetrachtungen 245
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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