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rück.«119Die Reinschrift der Arbeit, »die End-Wandlung aus demManu-Ste-
nogramm ins ›Typoskript‹«überließHuppert seiner FreundinMilka, die »auf
einer alten, solidenRemingtonmit großen, ausdrucksvollenLettern« tippte120,
sodassam17.November1924zweiExemplarederDissertationzumBuchbinder
geschickt werden konnten. Die Arbeit umfasste schließlich rund 180 Seiten –
»freilichwarendamals diese Seiten großformatig, dasBlatte hatte standardge-
mäß32,5zu20,5ZentimeterUmfang;dieheutigeIndustrienormwarnochnicht
ersonnen«,121undwurdeam25.November1924offiziell eingereicht: »Meinem
DissertationsvaterKelsenbrachte ichdasungebundeneExemplar indieWoh-
nung,undProfessorAdolfMenzel bat ich, dasKorreferat zuübernehmen.Am
1.Dezember erfolgte die Approbation durch Kelsen, und jetzt freundete ich
michmit demgroßenLesesaal derNationalbibliothek am Josefsplatz an; dort
präparierte ichmeinGehirn fürdiebeidenRigorosen«122.
Gemeinsammit zweiFakultätskollegenbereitete sichHugoHuppert aufdas
Hauptrigorosum vor, das er am 27. Jänner 1925 vor Hold-Ferneck, Kelsen,
Mayer, Menzel und Dekan Voltelini abzulegen hatte. Nach Absolvierung des
Nebenrigorosumsam1. Juli 1925bei Braßloff undWlassakwurdeHugoHup-
pert am3. Juli 1925zumDr. rer. pol. promoviert.
3. Dissertationsthemen
Wie oben bereits erwähnt, waren die möglichen Themen einer staatswissen-
schaftlichenDissertationvon1919bis 1926 auf die FächerNationalökonomie,
Finanzwissenschaft, theoretische Statistik, Wirtschaftsgeschichte, allgemeine
undvergleichendeStaatslehre,VerwaltungslehresowieVölkerrechtbeschränkt.
Dementsprechend wurden in den ersten Jahren überwiegend wirtschaftswis-
senschaftlicheAbhandlungen verfasst; staatstheoretische und vor allem juris-
tische Themenwurden eher von bereits promovierten Rechtswissenschafter/
inn/engewählt, zumBeispiel:
119 Huppert,DieangelehnteTür489.–DieD’Orsay-MensabezeichnetdieVerpflegungsstelle
desimHerbst1923eröffnetenerstenStudentenwohnhauses,dassichinderD’Orsaygasse5
im 9.Wiener Gemeindebezirk befand. Gegründet von derWirtschaftshilfe der Arbeiter-
studentenÖsterreichs (WIHAST, u.a. auf Initiative Julius Tandlers und Adolf Schärfs)
konnten dort 14 Student/inn/en aus Arbeiter- und Angestelltenfamilien kostengünstige
Unterkunft finden.
120 Huppert,DieangelehnteTür 493.
121 Ebd.486.
122 Ebd.495.
DasStudiumderStaatswissenschaften220
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik