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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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muraleExil flohund inVereinenund/oder als Privatgelehrte/r forschte,wollte odermussteAnfangder 1930er Jahre oder spätestens 1938 ausÖsterreich ab- wandern.EswarenletztlichabergenaujenefrühenPolitikwissenschafter/innen, die sich inÖsterreich in einer prekärenAußenseiterstellungohneZukunft be- funden hatten, die in den 1930ern und 1940ern relativ leicht in denUSAFuß fassen konnten, denn: »The ¦migr¦ scholars […]were able tomake the tran- sition fromEurope toAmerica because they shared the dominant concern of American political science in the 1930s and 1940s: the defense of democracy against totalitarianism and depression-era social reform«216. Die Demokratie- theoretiker und Experten für Völkerrecht (respektive: Internationale Bezie- hungen)Kelsen,Autor vonVerteidigung derDemokratieundVomWesenund WertderDemokratie, sowieEric(h)Hula(JDr. 1923),derschonwährendseiner Zeit alsRockefeller Fellowander SchriftThePolitical Party inModernDemo- cracy gearbeitet hatte, fandendeshalb indenUSAebensoAufnahmewie zahl- reicheAbsolvent/inn/endes staatswissenschaftlichenDoktorats, die außeruni- versitär sowie mithilfe der Rockefeller Foundation im Ausland ausgebildet wordenwaren,allenvoranGottfriedHaberler(Dr.rer.pol. 1923, JDr. 1925)und OskarMorgenstern (Dr. rer. pol. 1925), die sich in den USAmit sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Analysen hervortaten, nicht zu vergessen der spätereNobelpreisträgerFriedrichAugustHayek(JDr. 1921,Dr. rer.pol. 1923). Die zuletzt Genannten werden gerne als »große Söhne Österreichs« be- zeichnet undvereinnahmt.Doch zuErfolg ließmansie imUniversitätssystem derErstenRepubliknichtkommenundoffizielleAnerkennung fanden sie erst außerhalb Österreichs217. Denn kritische (Politik-)Wissenschaft war an den Universitäten der Ersten Republik nicht willkommen gewesen, daher letztlich vertrieben, zuerst ins extramuraleExil, schließlichvorallem indieUSA.Diese (Verhinderungs-)Traditionwurde – nicht zuletzt aufgrund personeller Konti- nuitäten – in der ZweitenRepublikmindestens bis zur durchdie SP-Alleinre- gierung ermöglichtenDemokratisierungundModernisierung derösterreichi- schen Wissenschaftslandschaft fortgesetzt. Schließlich würde eine moderne Politikwissenschaft den gesellschaftlichen Status quo nicht stabilisieren, son- dernstetshinterfragen,umihremeigenen»Anspruchaufdie Institutionalisie- rung der wissenschaftlichen Selbstreflexion der Gesellschaft«218 gerecht zu werden.MitBezug auf diesen»subversiven«CharakterderDisziplin fand sich selbstnochimJahr1970ineinemMemorandumdesGrazerProfessorsBerthold SuttergegendieErrichtungeinerStudienrichtungPolitikwissenschaftfolgendes Argument:»EineEntwicklungaber,welcheinihrenFolgennichtabzusehenund 216 Loewenberg, ComparativePolitics 600. 217 Vgl. Fleck,ArisierungderGebildeten229. 218 Lepsius, LagederSoziologie19. DasStudiumderStaatswissenschaften252
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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