Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Recht und Politik
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Seite - 252 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 252 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Bild der Seite - 252 -

Bild der Seite - 252 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Text der Seite - 252 -

muraleExil flohund inVereinenund/oder als Privatgelehrte/r forschte,wollte odermussteAnfangder 1930er Jahre oder spätestens 1938 ausÖsterreich ab- wandern.EswarenletztlichabergenaujenefrühenPolitikwissenschafter/innen, die sich inÖsterreich in einer prekärenAußenseiterstellungohneZukunft be- funden hatten, die in den 1930ern und 1940ern relativ leicht in denUSAFuß fassen konnten, denn: »The ¦migr¦ scholars […]were able tomake the tran- sition fromEurope toAmerica because they shared the dominant concern of American political science in the 1930s and 1940s: the defense of democracy against totalitarianism and depression-era social reform«216. Die Demokratie- theoretiker und Experten für Völkerrecht (respektive: Internationale Bezie- hungen)Kelsen,Autor vonVerteidigung derDemokratieundVomWesenund WertderDemokratie, sowieEric(h)Hula(JDr. 1923),derschonwährendseiner Zeit alsRockefeller Fellowander SchriftThePolitical Party inModernDemo- cracy gearbeitet hatte, fandendeshalb indenUSAebensoAufnahmewie zahl- reicheAbsolvent/inn/endes staatswissenschaftlichenDoktorats, die außeruni- versitär sowie mithilfe der Rockefeller Foundation im Ausland ausgebildet wordenwaren,allenvoranGottfriedHaberler(Dr.rer.pol. 1923, JDr. 1925)und OskarMorgenstern (Dr. rer. pol. 1925), die sich in den USAmit sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Analysen hervortaten, nicht zu vergessen der spätereNobelpreisträgerFriedrichAugustHayek(JDr. 1921,Dr. rer.pol. 1923). Die zuletzt Genannten werden gerne als »große Söhne Österreichs« be- zeichnet undvereinnahmt.Doch zuErfolg ließmansie imUniversitätssystem derErstenRepubliknichtkommenundoffizielleAnerkennung fanden sie erst außerhalb Österreichs217. Denn kritische (Politik-)Wissenschaft war an den Universitäten der Ersten Republik nicht willkommen gewesen, daher letztlich vertrieben, zuerst ins extramuraleExil, schließlichvorallem indieUSA.Diese (Verhinderungs-)Traditionwurde – nicht zuletzt aufgrund personeller Konti- nuitäten – in der ZweitenRepublikmindestens bis zur durchdie SP-Alleinre- gierung ermöglichtenDemokratisierungundModernisierung derösterreichi- schen Wissenschaftslandschaft fortgesetzt. Schließlich würde eine moderne Politikwissenschaft den gesellschaftlichen Status quo nicht stabilisieren, son- dernstetshinterfragen,umihremeigenen»Anspruchaufdie Institutionalisie- rung der wissenschaftlichen Selbstreflexion der Gesellschaft«218 gerecht zu werden.MitBezug auf diesen»subversiven«CharakterderDisziplin fand sich selbstnochimJahr1970ineinemMemorandumdesGrazerProfessorsBerthold SuttergegendieErrichtungeinerStudienrichtungPolitikwissenschaftfolgendes Argument:»EineEntwicklungaber,welcheinihrenFolgennichtabzusehenund 216 Loewenberg, ComparativePolitics 600. 217 Vgl. Fleck,ArisierungderGebildeten229. 218 Lepsius, LagederSoziologie19. DasStudiumderStaatswissenschaften252
zurück zum  Buch Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938"
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938