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inGoldschilingen(Goldmark)zuentrichten,denGoldschilling(Goldmark)mit
soundsovielZehntelgrammGoldberechnet,wieesebendieWährungsgesetze
statuieren.«74
1928wurdeWoessaufVorschlagWlassakszumkorrespondierendenMitglied
derAkademiederWissenschaften inWiengewählt.75AlsNachfolger Schwinds
warerderVorstanddesRechtswissenschaftlichenSeminars.FürdasStudienjahr
1932/33wurdeerzumDekangewählt–dieseFunktionkonnteer jedochnurein
knappes halbes Jahr lang ausüben. Anfang 1933wurde beiWoess ein starkes
Krebsleidenerkannt.Am26.März1933 starb er»nachspät erkannter, leidvoll,
abermitHoffnungaufGesundunggetragener tückischerKrankheit im53.Jahre
seinesLebens«76.
d) LeopoldWenger77
LeopoldWengerkamam4.September1874inObervellachinKärntenzurWelt.
Er besuchte dasGymnasium inVillachund studierteRechtswissenschaften in
Graz–besondersbeeindruckteihnderRomanistGustavHanausek.Soerinnerte
er sich in seiner SelbstdarstellungandessenSeminar, dies »war eine echteGe-
lehrten-Pflanzschule, derenGrundlagewohl die Pandektistik, aber in der der
Blick vonda aus frei nach allen Seitenwar.«78 ImDezember 1897promovierte
WengerzumJDr.NachderabsolviertenGerichtspraxisbildetesichWengermit
HilfeeinesReisestipendiumsfort–von1899bis1901besuchteerdieUniversität
inLeipzig,woerEmilStrohalundLudwigMitteishörte.DortentstandWengers
Habilitationsschrift zum römischen Zivilprozess »Zur Lehre von der actio
iudicati«,mitdererimMärz1901inGrazdieLehrbefugniserlangte.79Bereitsim
April 1902wurde er alsNachfolger vonAugust Tewes zumaußerordentlichen
Professorernannt.ImJuli1904 folgtedieBerufungWengersalsOrdinariusnach
Wien als Nachfolger von Karl von Czyhlarz, doch sollte diese erste Wiener
Periode nur von kurzer Dauer sein. Wenger »sehnte sich ›in die stillen und
beruhigendenGrazer Verhältnisse‹ zurück«80wie er seinem LehrerHanausek
schrieb. Schon bald, im Juni 1905, wurdeWenger wieder zurück nach Graz
berufen,wo er zumordentlichenProfessor ernanntwurde. Ein Jahr später, im
74 Ebd.281.
75 AÖAW,Wahlen1919–1936, 1928.
76 Wenger,NachrufWoess651.
77 Vgl. zu ihmu.a.Wenger, Selbstdarstellung;Meissel,Wedrac, RömischesRecht 62–66;
Kreller,LeopoldWenger;Kreller,NachrufWenger;Kaser,LeopoldWenger†;Wesener,
RömischesRecht79–85mwN.
78 Wenger, Selbstdarstellung135.
79 Wesener,RömischesRecht80.
80 Ebd. Die
rechtshistorischenFächer274
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik