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Universität, über welche Tätigkeit bereits an anderer Stelle eingegangen
wurde.219
GlücklosbliebSchwindbeiderEditionvonRechtsquellen.2201896warervon
HeinrichBrunnerdazugebrachtworden,dasVolksrechtderBajuwarenausdem
8.Jh. fürdie»MonumentaGermaniaeHistorica«221zuedieren.222Alsdiese1926,
nachdreißigjährigerVorbereitungszeit, erschien,223erfuhrsieeineverheerende
Kritik: Schwind hatte nicht denUrtext der »lex Baiuvariorum«, sondern eine
spätereÜberarbeitung als Editionsgrundlage verwendet,wasdie gesamtemü-
hevolleArbeitpraktischwertlosmachte.224
SchwindsKontroversemitHansKelsensoll inhaltlichweiteruntenbehandelt
werden;die vernichtende, jaboshafteAntwortschriftKelsens aufdendilettan-
tischenVersuchSchwinds, dieReineRechtslehremit rechtshistorischenArgu-
mentenzuwiderlegen, konntevommittlerweile 63jährigenAngreifer »niemals
ganz verwunden« werden.225 Beim Versuch, eine zweite Kampfschrift gegen
Kelsen zu verfassen, »(einige Seiten davon sind noch in einer kaum lesbaren
Handschrifterhalten),hattemeinVaterimFebruar1929denerstenSchlaganfall,
vondemersichniemehrerholte«, schriebseinSohnFritz2001, räumtespäter
aber ein, dassdieGesundheit seinesVaters schondavor sehr angeschlagenge-
wesenwar.226OffenbarnacheinemweiterenSchlaganfallkonnteErnstSchwind
im Sommersemester 1932 keine Lehrveranstaltungen mehr abhalten; nach
langemLeidenverstarb er imJuli 1932.
c) Hans (von)Voltelini227
DerauseinerTrienterAdelsfamiliestammendeHansvonVoltelinikamalsSohn
des späterenSenatspräsidentenamOberstenGerichts- undKassationshof, Lo-
renz von Voltelini, am 31. Juli 1862 in Innsbruck zur Welt. Er studierte in
Innsbruckund inWien sowohlGeschichte als auchRechtswissenschaftenund
besuchte ebensowie Schwind das Institut fürÖsterreichische Geschichtsfor-
219 Sieheoben71, 242.
220 Außereiner fürStudienzweckebestimmtenSammlung:Schwind,Dopsch,Urkundenzur
Verfassungsgeschichte.
221 Vgl. zu ihrKrause,MonumentaGermaniaeHistorica.
222 Vgl. dazuauchSchwind,KritischeStudienzurLexBaiuvariorumI.
223 Schwind, LexBaiwariorum.
224 Vgl.dazuschonausführlichOlechowski,RechtsphilosophiegegenRechtsgeschichte427,
mwN.
225 Kelsen,Autobiographie44;dieKontroverseunten492.
226 F. Schwind, Vorfahren und Erinnerungen 44; F. Schwind, Interview. Vgl. auch Ole-
chowski,RechtsphilosophiegegenRechtsgeschichte439.
227 Kramer, Hans vonVoltelini; Palme, Hans vonVoltelini; Redlich, Hans vonVoltelini;
UAW,JPA642;ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton615,VolteliniHans;AÖAW,
PersonalaktHansVoltelini. Die
rechtshistorischenFächer298
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik