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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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2. DieProfessorenundDozenten1918–1938 a) RudolfKöstler359 RudolfKöstler kamam15. Juni 1878 als SohnvonRichardKöstler, einemAd- vokaturskonzipienten,unddessenFrauAnna,geb.Benisch,inMödlingzurWelt. Dort besuchte er das humanistische Gymnasium und legte 1896 seine Reife- prüfungab.SeinenanfänglichenWunsch,klassischePhilologiezustudieren,um alsMittelschullehrer zuarbeiten, verwarf er aufAnraten seinesVatersundbe- gann stattdessen 1896 an derUniversitätWien sein Studiumder Rechte. Sein InteressefürKirchenrechtwarzunächstehergering,soschrieber1951inseiner Autobiographie:»MeineLehrerwarendamals[…],fürsKirchenrecht,dasnicht geschichtlichvorgetragenwurde,KarlGroß. Als ichdamals imHörsaal 33der Wiener Universität zu dessen Füßen saß, fand ich das Kirchenrecht ziemlich langweilig und hätte nicht gedacht, daß ich schon zehn Jahre spätermich für dieses Fach habilitieren und es in der Folge zum Teil im selben Hörsaal als Nachfolgerdurch37 Jahre tradierenwürde.«360VonseinenakademischenLeh- rernschätzteKöstlerbesondersEmilSchrutkavonRechtenstamm361undAdolf Menzel, »während […] [er] zudemgeistreichenundwitzigenEdmundBerna- tziknie,auchnichtspäteralsKollege,einrichtigesVerhältnis findenkonnte.«362 In seiner Selbstdarstellung bezeichnete sich Köstler als »Werkstudent« – so erteilteer»seitder3.GymnasialklasseNachhilfestunden,legtedieStaatsprüfung für Stenographie ab und errichtete inMödling eine Privatschule für Gabels- berger-Stenographie«.363 Im November 1901 wurde Köstler zum Doktor der Rechtepromoviert364undbeschloss,daersichnicht fürdieRechtsanwaltschaft interessierte, in den Verwaltungsdienst zu gehen. Er entschloss sich für den Postkonzeptsdienst in einer Universitätsstadt und reichte zunächst seine Be- werbung in Graz ein, wurde jedoch abgewiesen. Letztendlich trat er seinen Dienst als Postkonzeptspraktikant inCzernowitz an.Danebenunterrichtete er aus »Liebhaberei« Stenographie – er »wurde in CzernowitzUniversitätslehrer fürdiesesFachunddannNebenlehrer […]am1.und3. Staatsgymnasium«.365 359 U.a. Köstler, Selbstdarstellung; Schartner, Staatsrechtler 190–193; Schima, Flücht- ling–Mitläufer–Überzeugungstäter? 117–125. 360 Köstler, Selbstdarstellung94. 361 1.6.1852–4.1.1918vgl.zuihmHubertReitterer,SchrutkavonRechtenstammEmil, in: ÖBLXI (Wien1998)265 f. 362 Köstler, Selbstdarstellung94. 363 Lebenslauf,AÖAW,PersonalaktRudolfKöstler. 364 Promotionsprotokoll vom14.11. 1901,UAW,M32.4–837. 365 Lebenslauf,AÖAW,PersonalaktRudolfKöstler. Kirchenrecht 321
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938