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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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SchülerKöstler alsNachfolger gesehen, da er ihm»sehr ansHerz gewachsen« war. JedochhoffteHörmannauch,dasserKöstleralsHilfskraftnachInnsbruck holenkönne.375 Bereits 1909 erkundigte sich Köstler bezüglich einerÜbertragung seiner LehrbefugnisandieWienerFakultätundschriebinseinemBriefanUlrichStutz: »auch Schwind, der ›allzustrenge‹, versprachmir, gegen dieÜbertragung der venia für deutsches Recht keinen Einwand zu erhebenundmir keine Schwie- rigkeiten zumachen.Dasselbe sagtenmirVoltelini undSigmundAdler zu.«376 Unterstützung inseinenBestrebungenerfuhrKöstlerdurchHussarek.377Durch dieErnennungHussarekszumUnterrichtsminister1911musstedieSupplierung derWienerLehrkanzel fürKirchenrechtneugeregeltwerden.NachdemKöstler imSommersemester1912nocheinigeVorlesungenbeiOttovonGierkeundKarl Zeumer inBerlin besucht hatte,378wurde er imOktober 1912mit der Supplie- rung inWienbeauftragt und inCzernowitz imNovember 1912 zumaußeror- dentlichen Professor adpersonamernannt.379Dieser Ernennungwaren einige Schwierigkeiten vorangegangen, so erinnerte sich Köstler 1941: »Als im Jahr 1912 […] seine [Hussareks]Lehrkanzel freiwurde, stand fürdieWiederbeset- zungauchmeinePerson inErörterung. Ichwurde aberdamals für einWiener Ordinariatnochfürzujungerachtet.MankamdaheraufdenAusweg,michzum ao.Professor inCzernowitz zu ernennenundmit der SupplierungderWiener Lehrkanzel zubetrauen.Da sichdieErnennungdamals jedoch infolgeUnpäß- lichkeit des Kaisers hinausschob, wurde ich noch als Privatdozent zur Sup- plierungnachWienberufen,alsbaldaber(10.November1912)zumao.Prof.ad personam in Czernowitz und im folgenden Jahre (31.August 1913) zum ao. Professor inWien ernannt.«380Zu seinemWechsel an dieWiener Universität schriebKöstler 1951, also zehn Jahre später: »Sowar ichunvermittelt vonder kleinstenUniversität anderöstlichenReichsgrenze andie größte imZentrum des damals noch großenÖsterreichs gekommen, ohnemein Zutunund ohne mein Verlangen.Mir schwebte immer eine kleinere Universität, vornehmlich Graz, als das akademischeEldoradovor.Wien fürchtete ichwegender starken Inanspruchnahme durch Lehramt und Verwaltungstätigkeit, so daß für wis- senschaftliche Betätigung wenig übrigbliebe.«381Am 29.Oktober 1920 wurde ihmderTitelundCharaktereinesordentlichenProfessorsverliehen,am2.Mai 375 BriefHörmannsanStutzvom26.11. 1908,Grass,RudolfKöstlerundUlrichStutz245 f. 376 BriefKöstlersvom9.12. 1909, vgl.Grass,RudolfKöstlerundUlrichStutz245. 377 Vgl. dazuGrass,RudolfKöstlerundUlrichStutz252–259. 378 Schima, Flüchtling–Mitläufer–Überzeugungstäter? 119. 379 Lebenslauf vom21.7. 1945,UAW, JPA341 (RudolfKöstler), 061. 380 Lebenslauf,AÖAW,PersonalaktRudolfKöstler. 381 Köstler, Selbstdarstellung95 f. Kirchenrecht 323
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938