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schließlichfolgendeReihung:primoetaequolocoWalkerundPisko,secundoet
aequo loco Bartsch und Woess. Der Dekan betonte die Dringlichkeit der
schnellenNachbesetzungunddenUmstand, dass »der Staatsschatzmöglichst
wenigbelasteterscheint«,unteranderemdurchdenWegfalldesExtraordinariat
Piskos, »denneinNachfolger für ihnwirdnicht vorgeschlagen«.69
d) HeinrichDemelius70
HeinrichDemelius kam am02.November 1893 als Sohn von Ernst Demelius
und dessen Gemahlin Paula Freiin von Bach inMödling zurWelt. In seiner
Familie hatten juristischeBerufe schon eine langeTradition: Sowarenbereits
drei seinerUrgroßväter sowie beideGroßväter und seinVater im juristischen
Bereich tätig. Zu seinenVerwandtenmütterlicherseits gehörte auch der lang-
jährigeInnenministerAlexanderFreiherrvonBach.EineakademischeKarriere
indenRechtswissenschaftenhattenbereitsseinGroßvaterGustavDemeliusund
seinVater Ernst Demelius verfolgt: GustavDemelius hatte nach einerHabili-
tation in Prag in den folgenden Jahren inKrakau, Graz undWienRömisches
Rechtgelehrt; seinSohnErnstwar seit 1895Privatdozent fürZivilprozessrecht
inWiengewesenundwar1897andieUniversitätInnsbruckberufenworden,wo
er bis zu seinem frühenTod 1904 Zivilrecht unterrichtet hatte. In deren Fuß-
stapfenfolgteHeinrichDemelius»wenigerausPassiondennausTradition«,71er
studierte Rechtswissenschaften undwidmete sich bereits während seiner Ge-
richtspraxis unter der Aufsicht vonMoritzWellspacher seiner wissenschaftli-
chen Karriere. 1920 habilitierte sich Demelius. »Die folgenden drei Lustren
warendurcheineanstrengende,aber fruchtbareundlehrreicheDoppeltätigkeit
alsRichterundalsDozentgeprägt;dochzeigtesichschondamals,wiesehrdiese
KombinationdemCharakterunddenAnlagenHeinrichDemelius’entsprochen
hat.DennfernlagenihmstetsjedeSpekulationundjedesTheoretisieren;fürihn
tratdasRecht,undzwardasgeschichtlichewiedasgeltende, stets inGestaltdes
konkretenEinzelfallesauf,derhicetnuncinsachgerechterWeisezulösenwar.«72
Ab1935widmete sichDemelius ausschließlich seinerwissenschaftlichenKar-
riere als außerordentlicher Professor für kaufmännisches Recht an derHoch-
schule fürWelthandel inWien.1939 übernahmDemelius die Lehrkanzel für
Handels-undWechselrechtdesvertriebenenJosefHupka.Erstellte imOktober
69 SchreibendesDekansandasUnterrichtsministeriumvom25.6. 1924,ÖStAAVA,Unterricht
Allg.,Univ.Wien,Karton607,BürgerlichesRecht.
70 Die folgendenbiographischen InformationenwurdenOgris, HeinrichDemelius entnom-
men.EinSchriftenverzeichnisbefindetsichinFrotz,Ogris,FSDemelius529–535,ergänzt
durchOgris,HeinrichDemelius480.
71 Ogris,HeinrichDemelius476.
72 Ogris,HeinrichDemelius476 f. Die
judiziellenFächer356
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik