Page - 361 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Image of the Page - 361 -
Text of the Page - 361 -
NebenseinerakademischenTätigkeitundseinemRichterberuf engagierte sich
Klang auch in verschiedenenGesellschaften: sowar er desÖfterenBerichter-
statter amDeutschen Juristentag, warMitglied derÖsterreichischen Richter-
vereinigungundderWiener JuristischenGesellschaft.
Nachdem»Anschluß« verlorKlang sowohl seineAnstellung alsRichter als
auch seineLehrbefugnis.98SeineVersuche insAusland zuemigrieren scheiter-
ten: So konnte er aufgrund seines Alters keineAnstellung in denVereinigten
Staaten finden und bekam somit auch keine Einreisegenehmigung, für eine
FluchtnachSchanghai fehlte ihmeinDurchreisevisumfür JapanunddieAus-
reise nach Kuba ließ sich aus finanziellen Gründen nicht verwirklichen. Der
VersuchmitHilfevonSchleppernnachUngarnzugelangenscheiterteanseinem
betrügerischen Vertragspartner. 1942 wurde Klang nach Theresienstadt de-
portiert, wo er bis zumEndedesZweitenWeltkrieges imdortigen »Ghettoge-
richt«wirkte undnachEndederNS-Herrschaft dieHeimkehrderösterreichi-
schenGefangenenorganisierte.Klangwarzwar1945 schon70 Jahrealt,wurde
aber aufgrund des damaligenRichtermangels und auf Grundlage eines spezi-
ellenGesetzes99 fürdenJustizdienst reaktiviertundzumSenatspräsidentendes
OGHernannt. 1947wurde er den parlamentarischen Beratungen zumDritten
Rückstellungsgesetz, das die Rückstellung von in der NS-Zeit entzogenem
Vermögenregelte,beigezogenundauchzumerstenVorsitzendenderbeimOGH
eingerichtetenOberstenRückstellungskommissionernannt.AnderUniversität
Wienwurde er zumHonorarprofessor ernannt,übernahmerneut dieHeraus-
gabeder»JuristischenBlätter«und initiierte, gemeinsammitdemInnsbrucker
Zivilrechtler Franz Gschnitzer, die 2.Auflage des »Klang-Kommentars«, von
demzu seinenLebzeiten allerdingsnur zwei Bände erschienen. ImApril 1952
heirateteHeinrichKlangdieWitweseinesBruders, FritzKlang,HeleneArtner,
er verstarbam22. Jänner1954.100
g) Achill Rappaport
Achill Rappaport kam am 12.Februar 1871 als Sohn vonMarkus undMarie
Rappaport in Roman in Rumänien zurWelt. Die Familie übersiedelte später
nachCzernowitz,woRappaport1881–1888einGymnasiumbesuchte.Von1888
bis1892studierteeranderUniversität inCzernowitzRechtswissenschaftenund
promovierte 1893 zum JDr. Anschließend wurde er Advokaturskandidat. Ab
1.März 1896übte erdieTätigkeit einesRechtspraktikantenamk.k. Landesge-
richtCzernowitzaus. 1897wurdeRappaportzumAuscultantenimSprengeldes
98 DiesenLebensabschnittKlangsbehandelnausführlich:Gößler,Niklas,Klang286–295.
99 G6.11. 1945StGBl234/1945betreffenddieAltersgrenzederRichter.
100 Gaugusch,Wereinmalwar1414.
Privatrecht 361
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik