Page - 362 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Image of the Page - 362 -
Text of the Page - 362 -
Oberlandesgerichtes Lemberg (für die Bukowina) ernannt, im gleichen Jahr
erfolgte auch die Ernennung zum Gerichtsadjuctanten für Kimpolung
[C mpulung Moldovenesc/RO].101 1904 wurde ihm die venia docendi für
Österreichisches Privatrecht an der Universität Czernowitz aufgrund seiner
Habilitationsschrift»DieEinredeausdemfremdenRechtsverhältnis«erteilt.Mit
a.h. Entschließungvom10.Mai1911wurdeRappaportderTitel eines ao.Pro-
fessors verliehen. ImOktober 1912wurdeder 41-Jährige »über eigenesAnsu-
chen [als Landesgerichtsrat] in den dauerndenRuhestand versetzt«.102 In den
folgendenMonaten zogRappaport nachWien, er stellte bereits imNovember
1912das»GesuchumUebertragungseinerveniadocendivonCzernowitzandie
hiesigeRechtsfakultät«,103 JosephScheyundMorizWellspachererstelltenhiezu
Gutachten, endgültig erfolgte dieÜbertragung der Lehrbefugnis mit 7.März
1913.104
Im Personenstandverzeichnis der UniversitätWien105 schien Rappaport ab
1913/14 als k.k. Landesgerichtsrat in Ruhe und Privatdozent fürÖsterreichi-
sches Privatrecht mit dem Titel eines ao. Professors auf. Stets lehrte er im
Sommersemester Pfandrecht und imWintersemester Erbrecht. Außer seiner
bereits erwähntenHabilitationsschrift verfasste er 1908auchnocheineMono-
graphie »Über die beschränkte Geschäftsfähigkeit der Minderjährigen nach
österreichischembürgerlichemRecht«und1911eine»ÜberdieBedeutungdes
Titels für die Gültigkeit der Eigentumsübergabe nach dem allgemeinen bür-
gerlichenGesetzbuch«; 1929 veröffentlichte er dasWerk »Rechtsfälle aus dem
Erbrecht«.Am8.April1938wurdeRappaportsveniaausrassistischenGründen
widerrufen; am 27.September 1938 wurde er aus der Kartei der Rechtsan-
waltskammergelöscht.EremigriertenachGroßbritannien,woer1941inWales
starb.106
101 Verordnungsblattdes Justizministeriums (Wien1897), http://www.archive.org/details/ver
ordnungsblat04justgoog [06.12.2009/28.02.2010].
102 Lebenslauf,ÖStAAVA,UnterrichtAllg., Univ.Wien, Karton 613, Personalakt Rappaport
Achill.
103 KUMEvom7.3. 1913,ÖStAAVA,Unterricht Allgemein,Univ.Wien, Karton 613, Perso-
nalaktRappaportAchill.
104 KUMEvom7.3. 1913,ÖStAAVA,Unterricht Allgemein,Univ.Wien, Karton 613, Perso-
nalaktRappaportAchill.
105 PersonalstandverzeichnisderUniversitätWien1913/14.
106 http://www.geni.com/people/Achill-Rappaport/6000000007014454745#/tab/timeline
[28.02.2010].SeineGemahlinJenny,geb.Sommer,warbereitsimSeptember1917anKrebs
gestorben.DerEheentsprangenzweiKinderMaxEgonundMargarete.Vgl. auchSauer,
Reiter-Zatloukal,Advokaten1938, 276. Die
judiziellenFächer362
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik