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f) GuidoStrobele-Wangendorf
Guido Strobele (bis 1919: von)Wangendorf268wurde 1883 in Bozen geboren,
studierte inGrazundInnsbruckundwurde1911zumRichterernannt.Ab1913
arbeitete er im Justizministerium, wo ermit legislativen Angelegenheiten im
Handels-undWechselrecht,imArbeitsrechtundInsolvenzrechtbeschäftigtwar.
SowareretwaderRedaktorderobengenanntenHandelsgesetznovelle1928und
österreichischerDelegierterbeiderGenferWechselrechtskonferenz1930. »Der
Erfolg, den die Genfer Konferenz auf demGebiete der Vereinheitlichung des
Wechselrechtes erzielte«,269beeinflusstedie schon1928parallel dazubegonne-
nenBemühungen, auchdas Scheckrecht zu vereinheitlichen. Ein vomVölker-
bund ausgearbeiteter Entwurf wurde auf derKonferenz 1930 abgelehnt, dafür
eine zweite Konferenz vorbereitet, welche vom 23.Februar bis 19.März 1931
abermals inGenf tagteundsowiedie ersteKonferenz insgesamtdreiVerträge
beschloss, von denen wiederum der erste ein einheitliches Scheckrecht, der
zweite dieKollissionsnormen enthielt, der dritte denGrundsatz, dass Scheck-
verpflichtungenvonden Stempelgesetzenunabhängig seien.270Wiederumwar
Strobele alsösterreichischerVertreter andenVerhandlungenbeteiligt.
ZurückinWien,verfassteStrobeleeinefünfteiligeAufsatzseriezudenGenfer
Verhandlungen,dieerinden»JuristischenBlättern«veröffentlichteundineiner
leichterweitertenFassungauchseparatdruckenließundbeiderWienerRechts-
und Staatswissenschaftlichen Fakultät als Habilitationsschrift einreichte. Auf
GrundderbeidenhervorragendenGutachten,dieHupkaundPiskoerstatteten,
beschlossdieFakultät–unterVerzichtaufProbevortragundKolloquium–die
HabilitationStrobeles fürHandels-undWechselrecht.271
Im Justizministeriumstieg Strobele bis zumSektionschefderLegislativsek-
tion auf. 1938wurde er in denRuhestand versetzt, die venia legendiwiderru-
fen.2721945wurdeStrobelezumerstenPräsidentendeswiedererrichtetenOGH
sowie zum Honorarprofessor der Universität Wien ernannt; nach dem Tod
HeinrichKlangs1954wurdeerPräsidentderWiener JuristischenGesellschaft,
er starb1960.
268 2.1. 1883–7.1. 1960; vgl.Hunna,GuidoStrobele-Wangendorf†.
269 Strobele,DieGenferScheckrechtsabkommen182.
270 Strobele,DieGenferScheckrechtsabkommen183.
271 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton614,PersonalaktStrobeleGuido.
272 BMUE vom 17.5. 1938 Z 14984,ÖStA AVA, Unterricht Allg., Univ. Wien, Karton 614,
PersonalaktStrobeleGuido.
Handels- undWechselrecht 395
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik