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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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2. HansSperl unddas Institut für angewandtesRecht ImSchattenvonFranzKleinundseinemWerkstandHansSperl, seit demTod Schrutkas im Jänner 1918280der einzige ordentliche Professor für zivilgericht- liches Verfahrensrecht an der Universität Wien, an den trotz seiner langen Amtszeit (1900–1933) heute fast nur noch die am Institut für Rechts- und VerfassungsgeschichteverwahrtenÜberrestedesvonihmbegründetenInstituts für angewandtesRecht erinnern. HansSperlwurde1861inWeyerinOberösterreichgeborenund1884inGraz zum JDr. promoviert. Nach Gerichtsjahr und einem knappen Jahr Advoka- turskandidatur machte er die Richteramtsausbildung und war als Richter in Eibiswaldund inGraz praktisch tätig; parallel dazuhabilitierte er sich ander Universität Graz mit einer Schrift über die »Succession in den Process«; am 1. Juli 1899 erfolgtedieErnennungzumaußerordentlichenProfessorderKarl- Franzens-Universität. Bereits einSemester späterwurdeSperl – alsNachfolger von AntonMenger – an die Universität Wien berufen; er trat sein Amtmit 7.Februar 1900 an und übte es bis zu seiner Emeritierung am 30.September 1932aus,woran ernochein sog. Ehrenjahr (1932/33) anhängte. Inden Jahren 1903/04,1913/14und1923/24, somit inZehnjahresabständen,bekleideteerdas Amt des Dekans der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät; für das akademische Jahr 1924/25wurde er zumRektorderUniversitätWiengewählt. Danebenwirkte er 22 Jahre lang als Professor fürHandels- undWechselrecht sowiebürgerlichesGerichtsverfahrenanderKonsularakademieundwarbis zu seinem75.GeburtstagPräsesder JudiziellenStaatsprüfungskommission.281 VielleichtwaresdieberuflicheErfahrungSperlsalsRichter,dasser inseiner Zeit als Professor bestrebt war, den Studenten sein Fach so praxisnah wie möglich darzubringen. Am 4. Jänner 1911 berichtete er in der »Allgemeinen österreichischen Gerichtszeitung«, dass das Professorenkollegium auf seinen Vorschlag hinbeimUnterrichtsministeriumdieGründung eines »Instituts für Rechtsanwendung« beantragt habe. Es solle »[i]nmehrerenRäumenderUni- versität […] ein ausgebreitetes Material von Urkunden, Akten, Rechts- und Geschäftspapieren des bürgerlichen und kaufmännischen Rechtslebens zu sehen sein, sorgfältig ausgewählt für die Zwecke desUnterrichtes […]Alle in dieses Panoptikum des Rechtslebens aufgenommenen Akten und Rechtsur- kunden würden ausnahmslos wirklich Vorgekommenes enthalten; keine er- fundenen Dinge, keine nur durch Denken ersonnenen Fälle, keine Schulbei- 280 Vgl. zu ihmHubertReitterer, Schrutkav.RechtenstammEmil, in:ÖBLXI (Wien1999) 265 f. 281 Dazu und zum Folgenden vgl. v.a. Sperl, Selbstdarstellung; Schima, Sperl; Schima, Nachruf aufHansSperl;Mair, Zivilverfahrensrecht 342 ff. ZivilgerichtlichesVerfahrensrecht 399
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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