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sich jedochals schwierig. Sobeschwerte sichGleispach1927 ineinemneuerli-
chenErsuchenumeinenDiener, dass »dieAssistentenundakademisch gebil-
detenHilfskräfte des Institutes ganz untergeordnete, aber unvermeidlicheBe-
sorgungen,wie sie ebenderBetrieb eines Institutesmit sichbringt, ausführen
müssen, dass sie selbst das Oeffnen des Institutseinganges, ja sogar Reini-
gungsarbeiten unddasHeizen besorgenmüssen«.645Die am Institut durchge-
führten Forschungenwurdenu.a. in der vonGleispach gegründetenundher-
ausgegebenenReihe»KriminologischeAbhandlungen«publiziert.646
EinweiteresTätigkeitsfeld desUniversitätsinstituteswardie Erstellung von
Gutachten. Sohieß es 1924: »Das strafrechtlichekrim.Universitätsinstitut legt
Wertdarauf, zurBegutachtungderTätigkeit inallenZweigenderKriminalistik
herangezogen zuwerden. SeinWirkungsbereich soll gegenüber dem des kri-
minologischenInstituts inGraznachdemVorschlagProfessorDrGleispachsin
derWeise abgegrenzt werden, daß ›alle Zentralstellen und alle Gerichte und
StaatsanwaltschaftendesWienerOLG.Sprengels andasWiener Institut gewie-
senwerden.‹ ProfessorDrGleispach hat ersucht, diese Stellen zu benachrich-
tigen, daß dasWiener Universitätsinstitut zur Abgabe von Gutachten bereit
ist.«647 Die schlechte personelle Lage ermöglichte jedoch nur gutachterliche
Tätigkeit inkleineremAusmaß.
f) DasKriminalistische InstitutderPolizeidirektion inWien648
Parallel zurErrichtungdesWienerUniversitätsinstituts fürdas gesamte Straf-
rechtunddieKriminalistikentstandimHerbst1924anderPolizei-Direktionin
Wien ein Kriminalistisches Institut. Die Gründung erfolgte »in Ausführung
eines bereits im Jahre 1919 dembestandenen d.ö. Staatsamte für Inneres vor-
gelegten und von diesemmit Erlass vom 19.Oktober 1919, Z. 36081 geneh-
migtenPlanes, dessen sonstigePunktedarunterdieErrichtungeineskrimina-
listischenLaboratoriums-bereitsderVerwirklichungzugeführtwurden,ander
Polizei-DirektionunterderBezeichnung ›KriminalistischesInstitut‹eineAnstalt
für hochschulmässigen Unterricht und wissenschaftliche Forschung auf dem
Wien, Karton 699, Institut für Strafrecht und Kriminalistik. Beim Skioptikonapparat
handelte es sichumeinProjektionsgerät.
645 EingabeGleispachsandesUnterrichtsministeriumvom25.11.1927,ÖStAAVA,Unterricht
Allg.,Univ.Wien,Karton699, Institut fürStrafrechtundKriminalistik.
646 Insbesondere erschienen indieserReihe: Streicher,Wahrsagen;Grassberger, Brand-
legungskriminalität; Streicher, Die graphischen Gaunerzinken; Wieser, Verbrecher-
handschrift;Grassberger, Strafzumessung.
647 SchreibenGleispachsvom22.4.1924,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton699,
Institut fürStrafrechtundKriminalistik.
648 Vgl. Staudigl-Ciechowicz,WienerKriminologieundKriminalistik35.
StrafrechtundStrafprozessrecht 459
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Title
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Authors
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Publisher
- V&R unipress GmbH
- Date
- 2014
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 838
- Category
- Recht und Politik