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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Zeit zurücklegte, umsich ganz seinenwissenschaftlichenArbeitenwidmenzu können«,264wasdarauf schließen lässt, dassStrisowerkeinemateriellenSorgen hatte.Erst1901erfolgteaufVorschlagvonLammaschdieErnennungStrisowers zumao.Professor für InternationalesPrivatrechtanderUniversitätWien;1909 wurde ihmder Titel eines o. Professors verliehen, 1912wurde seine außeror- dentlicheProfessuraufVölkerrecht ausgedehnt.265 Verdroß beschrieb Strisower als »eine zurückgezogene und bescheidene Persönlichkeit, die wohl das Getriebe dieserWelt mit dem größten Interesse verfolgthat,selbstaberihrenKämpfenundLeidenschaftenferngebliebenist.«266 Damit wäre es allerdings erklärbar, dass der als »edel, vornehm und gütig, scharfsinnig, geistvollundgelehrt«Bezeichnete inden folgendenJahrenweder inWiennochauswärts einenLehrstuhl erlangte,obwohler sowohl inLehreals auchForschungungemeinproduktivwar.InGrünhutsZeitschrifterschien1884 ein umfangreicher Artikel über »Die Donaufrage«; für das Österreichische Staatswörterbuch verfasste er Artikel zuDonau undElbe, zu Exterritorialität, Konsulargerichtsbarkeit, Kontrebande und andere; für die Festschrift zur JahrhundertfeierdesABGB1911verfassteereinenAufsatzüberdie»persönliche Fähigkeit« im Internationalen Privatrecht. SeineVorlesungen umfassten nicht nur das Völkerrecht, das Internationale Privatrecht und das Internationale Strafrecht, sondern auchdieGeschichtederRechtsphilosophie –welchenEin- flussgeradedieseVorlesungaufdenjungenStudentenKelsenhatte,wurdeschon weiterobenausgeführt.267 Bereits seit 1891 Associ¦ der international wohl bedeutendsten Gelehrten- gesellschaft auf demGebiet des Völkerrechts, des 1873 in Gent gegründeten InstitutdeDroitInternational,wurdeStrisoweraufderTagungvonFlorenz1908 einstimmig zumordentlichenMitglied (»Membre«) des Instituts gewählt und stand derWiener Tagung 1924 als Präsident vor. Auch für die vom Institut veröffentlichtenAnnuairesdel’InstitutdedroitinternationalverfassteStrisower zahlreiche Beiträge, von Fragen der Doppelbesteuerung bis zur Haftung der Staaten für Schäden,dieAusländerauf ihremStaatsgebiet erlitten. Naturgemäß brachte der Ausbruch des ErstenWeltkrieges eine Fülle von völkerrechtlichenProblemen, die es für Strisower zu lösen galt. So hielt er im Februar 1915 vor der Plenarversammlung der Gesellschaft österreichischer Volkswirte einenVortrag über überseeische Zufuhr nachKriegsrecht und im März desselben Jahres vor derWiener JuristischenGesellschaft einenVortrag über die vermögensrechtlichenMaßregeln gegenÖsterreicher in den feindli- 264 Métall, Strisower1. 265 Olechowski, Strisower. Unrichtig daherMétall, Strisower 1, der nur von einer Titel- verleihungspricht. 266 Verdross, Strisower25. 267 Vgl. oben474. DiestaatswissenschaftlichenFächer524
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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