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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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InnsbruckzumJDr.277 ImDezember1898 tratHold indieFinanzprokuratur in Wien ein und blieb hier knapp zehn Jahre, die jedoch durch eine Reihe von Forschungsurlaubenunterbrochenwurden.SchonwährenddesStudiumshatte er nämlich Interesse an rechtswissenschaftlichemArbeiten entdeckt. »Niemals aberhatte ich imAuge,michmitdenParagraphendesnäherenzubefassen, so verdienstlich freilich die systematischeDarstellung des geltendenRechtes ist. Mich interessierten stets nur die grundlegenden Fragen, insbesondere ihre philosophischenPrämissen.«278SowählteHolddenBegriff der »Rechtswidrig- keit« zumThema seinerHabilitationsschrift, was ihn zu ausgedehntenUnter- suchungenüber dasWesendesRechts führte. »Eswar imGrunde vermessen, daßderAnfängersichsogleichandiesesgroßeProblemwagte«,vermerktHold später nichtohneStolz in seinerAutobiographie.279Holdkaminder 1903ver- öffentlichtenArbeit zumSchluss, dass dieNormvon ihremWesenher einhy- pothetischesUrteil sei;HansKelsen, der 1911 in seiner eigenenHabilitations- schrift den gleichen Schluss zog, bemängelte später aber, dassHold inkonse- quentgewesenseiundzugleichbehauptethabe,dassdasRechteinKomplexvon Imperativensei–wasmitdemBefund, es sei einKomplexvonhypothetischen Urteilen,unvereinbar sei.Die scharfe, geradezubissigeKritikKelsensamstre- ckenweise gar nicht so unähnlichen rechtstheoretischen Werk Holds (»Der Holdsche Rechtssatz hätte etwa die gleiche logischeQualität wie der folgende Spruch:Sprichniemals,wennduschweigst.«280) solltedieWurzel füreine tiefe, jahrelangeFeindschaft legen.281 Das Habilitationsverfahren Holds aber ging problemlos vonstatten: Die beiden Gutachter, Carl Stooss und Edmund Bernatzik, urteilten positiv, auch wenn Stooss die »ausschließliche Anwendung der deductiven Methode« be- mängelte;282auchderProbevortragüberden»GrundderStraflosigkeit chirur- gischer Operationen« wurde einstimmig angenommen, worauf Hold im Juli 1903die venia legendi für Strafrecht, Strafprozess undRechtsphilosophie ver- liehenwurde.2831905erschienderersteTeil eineszweitenBandes seinerArbeit 277 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton610,PersonalaktHold-FerneckAlexander; UAW, J PA 324. Vgl. zu seinemLeben einerseits die sehr ausführlich gehalteneAutobio- graphie (Hold-Ferneck, Selbstdarstellung), andererseits den sehr knapp gehaltenen Nachruf von Verdross, Hold-Ferneck, ferner Roland Grassberger, Hold-Ferneck, Alexander, in: NDBIX (Berlin 1972) 523 f. und zuletzt Busch, Staudigl-Ciechowicz, »EinKampfumsRecht«117 ff; Schartner, Staatsrechtler 181–189. 278 Hold-Ferneck, Selbstdarstellung93. 279 Hold-Ferneck, Selbstdarstellung94. 280 Kelsen,Hauptprobleme383 f.UnrichtigRolandGrassberger,Hold-Ferneck,Alexander, in:NDBIX(Berlin1972)523,wonachHoldinseinerHabilitationsschriftvon»einerreinen Imperativentheorie«ausgegangensei. 281 DazuKorb,KelsensKritiker100 f. 282 Goller,Naturrecht,RechtsphilosophieoderRechtstheorie197. 283 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton610,PersonalaktHoldAlexander. Völkerrecht 527
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938