Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Recht und Politik
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Page - 528 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 528 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Image of the Page - 528 -

Image of the Page - 528 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Text of the Page - 528 -

über dieRechtswidrigkeit, betitelt »NotstandundNotwehr«; ein Band II/2 er- schienniemals. Rückblickend sah Hold vor allem in Heinrich Lammasch seinen großen Förderer, »obwohl er bald erkannt hatte, daß ich ihmwissenschaftlich nicht Gefolgschaftleistenkonnte.«284DemEinflussLammasch’,derjasowohlStraf-als auchVölkerrechtler war, ist es aber jedenfalls zuzuschreiben, dass auchHold nach seinerHabilitationallmählichvomStraf- indasVölkerrecht »wanderte«: DennvonLammaschkamdieAnregung, ausAnlass desZweitenHaagerFrie- denskongresseseinePublikationzumNeutralitätsrechtzuverfassen.Holdfolgte dieser Anregung nur indirekt mit seinerMonographie über »Die Kriegskon- terbande« (1907), indemer sich rechtkritischzuden InteressenderNeutralen imKriegäußerte,die seinesErachtensdieNotlagederKriegsparteien für ihren wirtschaftlichen Gewinn ausnützen; dementsprechend enthielt seine Mono- graphie auchdenEntwurf für einReglementüber dieKriegskontrebande, das den neutralen Staaten strikt verbot, kriegsführende Parteien mit Waffen zu beliefern.285 »DasBuchwurde im InlandundAusland sehr gut aufgenommen. AufAntrag Lammaschs dehntemeine Fakultät imFrühjahr 1907meine Lehr- befugnis auf Völkerrecht aus.«286Vor allem aber wechselte Hold-Ferneck im März1908vonderFinanzprokuraturindask.u.k.Außenministeriumundnahm u.a. imDezemberdesselben Jahres inLondonaneiner internationalenKonfe- renz über das Seekriegsrecht teil. Am 1.November 1909wurde ihmder Titel einesao.Professorsverliehen;aufVorschlagLammasch’beantragtedieFakultät die ErnennungHolds zum außerordentlichen Professor.Während der Antrag aufErnennungzumaoProf. einstimmig imProfessorenkollegiumbeschlossen wurde,gabesDifferenzenbzglderAbgrenzungdesLehrauftrages–dieMehrheit sprach sich fürdasVölkerrechtunddieRechtsphilosophie aus.Dagegen jeoch erhob Edmund Bernatzik »Bedenken, welche einerseits in der wissenschaftli- chen Richtung der letzten rechtsphilosophischenArbeit vonHold’s, anderer- seits in seiner Methode bei Behandlung rechtsphilosophischer Fragen ihren Grundhaben.«287SchließlichwurdeHoldmit ah. Entschließungvom11.März 1912zumao.ProfessoradpersonammitLehrverpflichtungfürVölkerrechtund Rechtsphilosophie ernannt und von seiner bisherigen Stellung als Hof- und Ministerialsekretär imk.u.k. Außenministerium entbunden, blieb aber weiter für dieseswissenschaftlich tätig. Seine Bezügewurden durchdie erledigte or- 284 Hold-Ferneck, Selbstdarstellung94. 285 Hold-Ferneck,Kriegskonterbande155. 286 Hold-Ferneck, Selbstdarstellung96. 287 Schreiben des Dekans Schwind an das KUMvom19.12. 1911 Z 1961/1911,ÖStAAVA, UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton608,Völkerrecht. DiestaatswissenschaftlichenFächer528
back to the  book Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938"
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938