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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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l) Ludwig (von)Mises422 LudwigMises,geborenam29.September1881inLemberg/Galizien[Lˇviv/UKR] alsLudwigHeinrichEdlervonMises,besuchtevon1892bis1900gemeinsammit HansKelsendasAkademischeGymnasiuminWienundhörtedanachbis1902 dieVorlesungen aus demStudiumderRechtswissenschaften.Nachdemer am 15. Juli 1902die rechtshistorischeStaatsprüfungabgelegthatte,unterbrachder dasStudiumunddientebis30. September1903alsEinjährig-Freiwilliger.Nach FortsetzungseinerStudienwurdeMisesam20.Feber1906zumJDr.promoviert. Daran anschließend war er ein halbes Jahr lang Konzeptspraktikant bei der k.k.FinanzbezirksdirektionWien, bevor er als Advokaturskandidatüber zwei JahrehinweganverschiedenenGerichtenRechtspraxissammelte.Nebenherwar er seit 1907 alsVortragender beiMaturantenkursen derHandelsakademie für Mädchen inderStephaniestraße tätig. ImApril 1909 tratMises ins Sekretariat der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer ein, war dort seit 21.Dezember 1911 Konsulent, besuchte jedoch die Seminare von Bernatzik, Grünberg, Philippovic´ und Wieser, die ihn schließlich zur Habilitation er- munterten.423 Im Juni 1912 suchte LudwigMisesmit der vonPhilippovic´ undWieser be- gutachteten Schrift über »Theorie des Geldes und derUmlaufmittel« umHa- bilitierung für das Fach PolitischeÖkonomie an, was dasMinisterium nach KolloquiumundProbevortrag zumThema »Teuerung undTeuerungspolitik« am 4.Mai 1913 genehmigte. Dennoch gelangt es ihm inWien niemals, einen Lehrstuhlzubesetzen.Erwurde insgesamtbeivierBerufungsmöglichkeitenan denLehrstuhlfürPolitischeÖkonomieübergangenundkamsomitnieüberden 1919 erlangten »Privatdozentenmit demTitel eines außerordentlichenProfes- sors« hinaus. Seine Schüler gebendafür unisonodreiGründe an: Erstenswar MiseseinLiberaler, alsderLiberalismuswederwirtschaftlichnochpolitischen voguewar; zweitenswar er Jude; unddrittens sei er charakterlich ein unaus- stehlicherMenschgewesen.424 DennochwarLudwigMisesdie zentraleFigur inderWeiterentwicklungder Österreichischen Schule der Nationalökonomie; allerdings zeichnete er als solcher auch für die Zersplitterungder Schule in zwei Stränge verantwortlich, nämlich in die »Austroliberalen« und jene, die dem Liberalismus kritischer gegenüber standen.425 Mises selbst betrachtete sich als den legitimen Erben Mengers, war maßgeblich beeinflusst vom schwedischen Ökonomen Knut 422 Vgl. UAW,M. 32.5–703 und Senat S. 304.840. Zu biografischenDetails siehe außerdem Mises, LudwigvonMises, 258. 423 Vgl.ÖSTAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton612,PersonalaktMisesLudwig. 424 Vgl.Craver, Emigration5. 425 Vgl.Klausinger,Wilderness 620. Nationalökonomie& Volkswirtschaftspolitik 569
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938