Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Recht und Politik
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Seite - 569 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 569 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Bild der Seite - 569 -

Bild der Seite - 569 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Text der Seite - 569 -

l) Ludwig (von)Mises422 LudwigMises,geborenam29.September1881inLemberg/Galizien[Lˇviv/UKR] alsLudwigHeinrichEdlervonMises,besuchtevon1892bis1900gemeinsammit HansKelsendasAkademischeGymnasiuminWienundhörtedanachbis1902 dieVorlesungen aus demStudiumderRechtswissenschaften.Nachdemer am 15. Juli 1902die rechtshistorischeStaatsprüfungabgelegthatte,unterbrachder dasStudiumunddientebis30. September1903alsEinjährig-Freiwilliger.Nach FortsetzungseinerStudienwurdeMisesam20.Feber1906zumJDr.promoviert. Daran anschließend war er ein halbes Jahr lang Konzeptspraktikant bei der k.k.FinanzbezirksdirektionWien, bevor er als Advokaturskandidatüber zwei JahrehinweganverschiedenenGerichtenRechtspraxissammelte.Nebenherwar er seit 1907 alsVortragender beiMaturantenkursen derHandelsakademie für Mädchen inderStephaniestraße tätig. ImApril 1909 tratMises ins Sekretariat der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer ein, war dort seit 21.Dezember 1911 Konsulent, besuchte jedoch die Seminare von Bernatzik, Grünberg, Philippovic´ und Wieser, die ihn schließlich zur Habilitation er- munterten.423 Im Juni 1912 suchte LudwigMisesmit der vonPhilippovic´ undWieser be- gutachteten Schrift über »Theorie des Geldes und derUmlaufmittel« umHa- bilitierung für das Fach PolitischeÖkonomie an, was dasMinisterium nach KolloquiumundProbevortrag zumThema »Teuerung undTeuerungspolitik« am 4.Mai 1913 genehmigte. Dennoch gelangt es ihm inWien niemals, einen Lehrstuhlzubesetzen.Erwurde insgesamtbeivierBerufungsmöglichkeitenan denLehrstuhlfürPolitischeÖkonomieübergangenundkamsomitnieüberden 1919 erlangten »Privatdozentenmit demTitel eines außerordentlichenProfes- sors« hinaus. Seine Schüler gebendafür unisonodreiGründe an: Erstenswar MiseseinLiberaler, alsderLiberalismuswederwirtschaftlichnochpolitischen voguewar; zweitenswar er Jude; unddrittens sei er charakterlich ein unaus- stehlicherMenschgewesen.424 DennochwarLudwigMisesdie zentraleFigur inderWeiterentwicklungder Österreichischen Schule der Nationalökonomie; allerdings zeichnete er als solcher auch für die Zersplitterungder Schule in zwei Stränge verantwortlich, nämlich in die »Austroliberalen« und jene, die dem Liberalismus kritischer gegenüber standen.425 Mises selbst betrachtete sich als den legitimen Erben Mengers, war maßgeblich beeinflusst vom schwedischen Ökonomen Knut 422 Vgl. UAW,M. 32.5–703 und Senat S. 304.840. Zu biografischenDetails siehe außerdem Mises, LudwigvonMises, 258. 423 Vgl.ÖSTAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton612,PersonalaktMisesLudwig. 424 Vgl.Craver, Emigration5. 425 Vgl.Klausinger,Wilderness 620. Nationalökonomie& Volkswirtschaftspolitik 569
zurück zum  Buch Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938"
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938