Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Recht und Politik
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Page - 622 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 622 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Image of the Page - 622 -

Image of the Page - 622 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938

Text of the Page - 622 -

gerreiches beschäftigte. Auf Basis seiner Tätigkeiten als beamteter Statistiker wie auch als Universitätsprofessor verbandWinkler in der Ersten Republik statistische Methodik mit dem politischen Anliegen des AnschlussesÖster- reichs anDeutschland beziehungsweise der Erhaltung der »deutschenVolks- gemeinschaft«überdienationalstaatlichenGrenzenhinweg. Seinewichtigsten Werke jener Jahre sind: »Die soziale LagederdeutschenHochschulstudenten- schaft« (1912), »Die Bedeutung der Statistik für den Schutz der nationalen Minderheiten« (1920), das »StatistischeHandbuchderNationalitäten« (1931), das Lehrbuch »Grundrisse der Statistik« (1931), »Der Geburtenrückgang in Österreich«(1935),»DeutschtuminallerWelt«(1938)sowiezahlreicheEinträge im »Handwörterbuch der Staatswissenschaft« (Minderheitenstatistik, Natio- nalitätenstatistik, etc.).Winkler verstarbam3.September1984 inWien. 3. Exkurs:Das»Institut fürStatistikderMinderheitsvölker«undseine Studierenden582 Nach seiner Habilitation im Juni 1921 nahmWilhelmWinkler im darauffol- genden Wintersemester 1921/22 die Lehrtätigkeit auf und begründete das »Statistische Seminar über Bevölkerungs-,Wirtschafts- undKulturfragen des Grenzlanddeutschtums«,dasbaldschlicht»Grenzlandseminar«genanntwurde. Der persönliche Hintergrund dieser Lehrveranstaltung ist in Winklers Teil- nahmeals statistischer Berater bei denFriedensverhandlungenvonSaintGer- main und in seinen entsprechenden Grenzziehungsberechnungen zu suchen. Denndieses »Friedensdiktat«habeWinkler zufolgedurchdieneuenGrenzzie- hungenein»Grenzlanddeutschtum«geschaffen,wodurchunzählige»Deutsche« vom»geschlossensiedelndendeutschenBlock«583abgetrenntwurden. Imnächsten Studienjahr, 1922/23, konnteWinklermit Hilfe von Friedrich Wieser undOthmar Spann, die ihn in denUniversitätsgremienunterstützten, dasGrenzlandseminar institutionalisieren, indemerdas »Institut für Statistik derMinderheitsvölker«gründete:»[D]erZweckdesInstitutes[ist],dasüberdie nationalenMinderheitenvorhandenestatistischeMaterialzusammeln,kritisch zu sichten und als Unterlage für die Lösung derMinderheitenfrage bereitzu- stellen.«584 Obwohl sich die Forschung laut Programmschrift allgemein auf Minderheitensoziologiebezogund fürdie SchaffungeinesMinderheitenrechts eintrat, wiesen die Publikationen einen klaren Fokus auf deutschsprachigen Minderheiten auf.Dadas Institut außerdemzudenkleinstenderRechts- und 582 ZumFolgendenausführlicherPinwinkler, Institut. 583 Winkler, StatistikdesGrenzlanddeutschtums245. 584 Winkler, BedeutungderStatistik 3. DiestaatswissenschaftlichenFächer622
back to the  book Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938"
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938