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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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waren: so etwaOthmarSpann, der sich1914umdieLehrkanzel für politische Ökonomie beworben hatte, allerdings nicht wegen der von ihm vertretenen Lehren, sondernweil seine Frau, Erika Spann-Reinisch75 angeblich nicht »ge- sellschaftsfähig«war.76Worindiemangelnde»Gesellschaftsfähigkeit«vonErika Spann-Reinischletztlichbestand,gehtausdenQuellennichthervor.Waresihre –wie für damalige Zeiten – liberale Lebensweise? Sie hatte 1902HannsDorn geheiratet,1905 lerntesieOthmarSpannkennen,zogzuihmundließsich1906 vonHannsDornscheidenumimgleichenJahrSpannzuheiraten, ihrSohnaus ersterEhekamzunächstzuihremBruder,ab1913kümmertesichihreFreundin alsPflegemutterumihn.WaresderUmstand,dasssieDichterinwarundsichfür Fraueninteressen engagierte?Oderwar es ihr Freundeskreis zudemunter an- derendieDichterinReginaUllmann,die1906einunehelichesKindvomersten Gemahl Erika Spann-Reinisch’ zurWelt brachte, gehörte? – kurz und gut die konservativen Kreise der Innsbrucker Universität verzichteten lieber auf die BerufungSpanns, alsdass siedieGegenwart seinerFrau inKaufnahmen. AberauchFranzKleinundFriedrichvonWieser scheiterten1886bzw.1890 aneinerBerufungnach Innsbruck.77Bei derBesetzung einer ao. Professur für Kirchenrecht 1936 kamen gleich zwei Wiener in die engere Auswahl: Julius Bombiero undWillibald Plöchl.78Ernanntwurde stattdessen –wohl auch aus politischen Gründen –Josef Ebers, der bis zur »Gleichschaltung« Rektor der UniversitätKölngewesenwar.79 MehrGlückander InnsbruckerFakultät hatte1935ArnoldHerdlitczka,der sich inWien1931 fürRömischesRechthabilitierthatteundinFriedrichWoess einen Unterstützer fand. Ebenso nach Innsbruck berufen wurde 1933 der in WienhabilitierteHansBayer–obwohl er imBesetzungsvorschlagderFakultät für das Extraordinariat für politischeÖkonomie nicht aufschien.80Der Inns- bruckerOrdinarius fürNationalökonomieAdolf Günther, der 1939 dieNach- folgeOthmarSpannsinWienantrat,erinnertesichimJuni1938andieBerufung Bayerswie folgt: »DererwähnteFakultätsberichtmusstegetarntwerden, sollte 75 Vgl.Müller, BiografieErikaSpann-Reinisch. 76 Vgl.dazuv.a.dasbeiOberkofler,Goller,Universität Innsbruck265 f,zitierteSchreiben vonFranzFreiherr vonMyrbachanEugenPhilippovichvomJuni1914. 77 Oberkofler,Goller,Universität Innsbruck252, 264. 78 Von Ferdinand Kogler erstellter Besetzungsvorschlag abgedruckt in: Lichtmannegger, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 233–236.Wobei imDokument von Arnold PlöchldieRede ist–ausdemZusammenhangergibt sich jedoch,dasses sichumWillibald Plöchlhandelnmuss. 79 Lichtmannegger,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 27. 80 Vgl. Lichtmannegger, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 169. Der Vorschlag sah unico et aequo loco den Privatdozenten der Hochschule für Welthandel Richard Kerschagl, den Privatdozenten der UniversitätWien AlexanderMahr und den Privatdo- zentenderUniversität InnsbruckFerdinandUlmer. DieLeopold-Franzens-Universität Innsbruck 657
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938