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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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stellte auch die angemessene Honorarzahlung der Vortragenden dar, die pro Abend 30 Kronen erhielten, womit die Volkstümlichen Universitätsvorträge einenentscheidendenBeitragzumGehaltdernur spärlichbezahltenPrivatdo- zentinnenund-dozenten leisteten. DieVolkstümlichenUniversitätsvorträgewieüberhauptdiegesamteWiener Volksbildung erlebten ihre Hochzeit – stetig steigende Hörerfrequenz und AusbaudesVortragsangebotes –knappvordemErstenWeltkrieg. IndenAn- fangsjahren der Ersten Republik konnteman an die früheren Erfolge wieder anschließen,wasvorallemeineFolgederneuenSozialgesetzgebungwar.Denn inden Jahren1918bis 1920warenzumBeispielmit derEinführungdesAcht- stundentages die Voraussetzungen für eine noch breitere Volks- und insbe- sondereArbeiterbildunggeschaffenworden.64 DamalshieltenvondenLehrendenderRechts-undStaatswissenschaftlichen Fakultät insbesondere Emil Goldmann, Rudolf Köstler und Stephan Braßloff zahlreicheKurseab.65GoldmannbotetwaimJännerundFeber1919diebeiden KurseÖsterreichischeVerfassungsgeschichte (jeweils dienstags imBotanischen Institut am Rennweg vor neun Hörer/innen) undAnfänge der menschlichen Gesellschaft(jeweilsmittwochsindenRäumlichkeitenderMädchenvolksschule Zieglergasse49vor13Hörer/innen)an;Köstlererläutertejeweilsdonnerstagsin der Volksschule Neustiftgasse Eltern- undKinderrechte, imOktober undNo- vember 1919 jeweils dienstags inder Staatsrealschule Schopenhauerstraßedas Eherecht; und Stephan Braßloff war überhaupt derjenige Rechts- und Staats- wissenschafter, der ammeistenvolksbildnerisch tätigwar –und es spätestens aufgrund der ihm 1925 an der Universität widerfahrenen antisemitischen Hetzkampagne66wohlausfinanziellenGründenauchseinmusste:SeitdemJahr 1907 lehrte der Rechtshistoriker nicht nur bei den Volkstümlichen Universi- tätsvorträgen,sondernwarebensoamVolksheimundinderUrania imEinsatz. ImUntersuchungszeitraumsprach erbei denVolkstümlichenUniversitätsvor- trägenunter anderemüberdasAmtdesGeschwornen sowiedieVerfassungder römischen Republik und übernahm vonKöstler die zahlreichen Kurse in Fa- milien- und Eherecht, wobei er stets besonderes Augenmerk auf den sozialen ZweckdesRechtsunddabeivor allemaufdieFrauenrechte legte.Denngemäß MeisselwarBraßloffein»Sozialreformer«,dernebenderVolksbildungauchals ehrenamtlicherRechtsberater inderRechtshilfestellederGemeindeWientätig warundsichzur»sozialen Jurisprudenz«bekannte.67 WeitersgabAlbertEhrenzweig inderLeopoldstadt imWintersemester1918/ 64 Vgl. Filla,WienerVolksbildung56. 65 SiehezudenfolgendenAngabenUAW,VUV,Schachtel31,sowiedieDatenbankTheseusdes ÖsterreichischenVolkshochschularchivs. 66 Vgl.Meissel, Erinnerungskultur. 67 Vgl.Meissel,Erinnerungskultur16 f. Extramuros:Vereine,Gesellschaften,KreisundVolksbildung724
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Title
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Authors
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Publisher
V&R unipress GmbH
Date
2014
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
838
Category
Recht und Politik
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