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Nach 1918
Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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125Die „Invalidenschulaktion“  – Administration, Einrichtungen, Partner stammten  – was eher die Regel war  – aus dem Lehrkörper der jeweiligen Schulen ; sie übernahmen dann den Invalidenunterricht zusätzlich zu ihren übrigen Pflichten und ohne separate Entlohnung.73 Vereinzelt wurden Kriegsbeschädigte auch bei aus- gewählten und vom Ministerium für öffentliche Arbeiten überwachten privaten Be- trieben74 zur Schulung untergebracht. In Oberösterreich etwa erhielten im Jahr 1917 knapp 15 % der gewerblich geschulten Kriegsbeschädigten ihre Ausbildung direkt in einem Betrieb,75 in Niederösterreich waren es 10 %.76 Ein besonders breites und differenziertes Schulungsangebot gab es für Kriegsbe- schädigte in Wien. Bestimmte Kurse  – wie etwa die Buchdrucker- oder die Post- und Telegrafenlehrgänge  – wurden nur hier angeboten.77 Neben der Wiener Invalidenschule und den zahllosen Lehrwerkstätten des Reservespitals Nr. 11 standen in der Hauptstadt insgesamt noch acht Regelschulen für die gewerbliche Ausbildung der Kriegsbeschä- digten zur Verfügung.78 Den kaufmännischen Unterricht, für den das Unterrichtsmi- Unterricht vom Militärdienst enthobene Lehrer selbst zu entlohnen. Ein Beispiel aus der Invaliden- schule Krakau : AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1360, 12031/1918. 73 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  268. 74 K.k. Ministerium für soziale Fürsorge, Mitteilungen, 1918, S.  130. 75 Staatsamt für soziale Verwaltung, Mitteilungen, 1918, S.  369. Zur Unterbringung bei Handwerksmeis- tern auch K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  270. 76 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1360, 11941/1918, S.  24. 77 Nach Böhmen und Galizien zuständige Kriegsbeschädigte konnten als einzige auch in ihren Heimat- ländern im Buchdruckergewerbe geschult werden ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  118. Die Post- und Telegrafenlehrgänge fanden nur im Reservespital Nr. 11 statt ; Interessierte wurden dorthin transferiert ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  303. 78 Einen guten Überblick über die in Niederösterreich bestehenden Invalidenschulen gibt ein Akt des Kriegsministeriums : AT-OeStA/KA, M.A. 18-19/53, Ausgabe einer Zusammenstellung der Invaliden- schulen in NÖ, abgedruckt in : Lang, Schleierbaracken, S.  17–21. Dieser Zusammenstellung sind fol- gende Adressenangaben entnommen : – Kriegsinvalidenschule : Wien IX, Michelbeuerngasse 8 – Staatsgewerbeschule : Wien I, Schellinggasse 13 – Staatsgewerbeschule chemisch-technischer Richtung : Wien XVII, Rosensteingasse 79 – Staatsgewerbeschule : Wien XXI, Schloßhoferstraße 8 – Graphische Lehr- und Versuchsanstalt : Wien VII, Westbahnstraße 25 – Lehr- und Versuchsanstalt für Korbflechterei u. verwandte Flechttechniken : Wien XVIII, Währinger Straße 194 – Technologische Gewerbemuseum : Wien IX, Währingerstraße 59 – Lehrmittelbüro für gewerbliche Unterrichtsanstalten in Wien : Wien XIX, Billrothstraße 28–30 – Höhere Fachschule für das Gastwirte-, Hotel- und Kaffeesiedergewerbe : Wien I, Kurrentgasse 5 In anderen Aufzählungen sind noch das Gewerbeförderungsamt und die Fachschule für Textilindustrie in Wien VI genannt ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1360, 11941/1918, S.  20–24 ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  184.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Title
Die Wundes des Staates
Subtitle
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Authors
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
586
Categories
Geschichte Nach 1918
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